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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. April 2014

Geschichte: April 1914 „Prachtbau“ eröffnet

WARENHAUS KNOPF vor 100 Jahren eröffnet. Bild: Stadtarchiv

WARENHAUS KNOPF vor 100 Jahren eröffnet. Bild: Stadtarchiv

 

Warenhaus Knopf heute Karstadt-Filiale

Am 24. April 1914 wurde die Kaiserstraße um eine Attraktion reicher. Unter "ungeheurem Andrang eines schaulustigen Publikums" öffnete der Neubau des Warenhauses Geschwister Knopf erstmals seine Pforten.

Das Karlsruher Tagblatt bezeichnete das nach Plänen von Wilhelm Kreis errichtete Gebäude als „Prachtbau“, der zu den „wirkungsvollsten und besten der gegenwärtigen modernen Richtung“ zähle. Schlanke, paarweise angeordnete Fensterbahnen bestimmten das Äußere. Im Inneren entstanden großzügige Verkaufsräume ohne störende Zwischenwände. Vor allem der Lichthof und der repräsentative Teppichsaal beeindruckten.

Bereits 1881 hatten Max und Johanna Knopf in der Kaiserstraße 147 im ehemaligen Palais von Haber ein Geschäft für Leinen-, Wäsche- und Weißwaren eröffnet und dieses nach und nach zu einem Warenhaus erweitert. Für ihren Geschäftserfolg war eine Neuerung entscheidend: Ebenso wie andere Warenhäuser boten die Geschwister Knopf Waren zu festen und offen sichtbaren Preisen an. Zudem galten großzügige Umtauschregeln. Beim traditionellen Einzelhandel stießen Warenhäuser wie das der Geschwister Knopf auf Argwohn.

Weit schlimmeren Angriffen war das Warenhaus nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ausgesetzt. Als 1933 zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen wurde, versuchten Gefolgsleute der NSDAP, Kunden am Betreten des Geschäfts zu hindern. 1938 wurde das Warenhaus Geschwister Knopf „arisiert“: Die Familie Knopf wurde enteignet, die Firma Friedrich Hoelscher übernahm das Haus. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude nahezu unbeschadet. 1953 kaufte Karstadt das Haus. -fk-

 
 

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