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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. April 2014

Kultur: Der Fährmann geleitet die Toten

KUNST UND SOZIALES: Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Künstler Markus Lüpertz, Prof. Dr. Dieter Daub, Helma Hofmeister vom Hospizvorstand und OB Dr. Frank Mentrup (v.l) bei der Übergabe. Foto: Fränkle

KUNST UND SOZIALES: Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Künstler Markus Lüpertz, Prof. Dr. Dieter Daub, Helma Hofmeister vom Hospizvorstand und OB Dr. Frank Mentrup (v.l) bei der Übergabe. Foto: Fränkle

 

Künstler Markus Lüpertz stiftet Förderkreis Hospiz Arista Radierungen

Gedanken an Sterben und Tod schiebt man gerne weit von sich. Auch der Künstler Markus Lüpertz beschäftigt sich nur ungern damit („Ich habe eigentlich nicht vor, zu sterben“), kennt und schätzt jedoch die Arbeit des Hospizes Arista in Ettlingen.

Um dessen Förderverein bei der Erweiterung der Einrichtung zu einem Zentrum für Hospiz- und Palliativarbeit in Stadt- und Landkreis zu unterstützen, stiftete er ihm 25 Blätter einer eigens gefertigten, handsignierten, teils kolorierten Radierung zum Verkauf für den guten Zweck. Die Übergabe der Arbeiten an Vereinsvorsitzenden Prof. Dr. Dieter Daub und Helma Hofmeister vom Vorstand fand vor kurzem im Karlsruher Atelierhaus des früheren Rektors der Düsseldorfer Kunstakademie statt, der zuvor als Professor in Karlsruhe lehrte.

Lüpertz bringe sich „als Person und mit seinem Namen für die Sache ein“, bezeichnete OB Dr. Frank Mentrup dessen Engagement als „Adelung der Initiative“ und Impuls, das Thema endlich gesamtgesellschaftlich und über das „sozialpolitische Milieu“ hinaus zu diskutieren. Wie Mentrup setzte auch Landrat Christoph Schnaudigel bei dem Hospiz-Großprojekt auf die Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis. Sie sei ein Beitrag zur Lebensqualität, von der alle profitierten. Umfragen belegten, dass 70 Prozent der Menschen zuhause sterben möchten. Der Rest wolle das auch, fürchte aber, man könne es Angehörigen und Freunden nicht zumuten, erklärte Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Dieter Daub. Wer sich in seinen letzten Wochen und Monaten für ein Hospiz entscheidet, wird bestens ver- und umsorgt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen Schmerztherapie und fachpflegerische Hilfe zum Wohle der Menschen und nehmen ihnen damit einen wesentlichen Teil ihrer Ängste. Alles drehe sich um die Gäste, versicherte auch Helma Hofmeister. Ob ein nächtliches Frühstück oder Abschied mit einem Schluck Champagner - die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfüllten den Sterbenden jeden Wunsch. Trotz aller Trauer herrsche heitere Stimmung. Richtfest für den 2,3 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau, am dem sich auch Stadt- und Landkreis finanziell beteiligen, ist am 18. Juli. Die Eröffnung soll im Januar sein.

Die Lüpertzblätter stammen aus der Serie „Arkadien“ und zeigen den Fährmann Charon, der die Toten über den Fluss Styx in die Unterwelt geleitet. Sie können ab 2.500 Euro (koloriert) oder 1.100 Euro (unkoloriert) beim Förderverein Hospiz Ettlingen, Pforzheimer Straße 31, erworben werden (Telefon 07243/5495-0). E-Mail-Adresse: info@hospizfoerderverein.de. -maf-

 
 

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