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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. April 2014

Räumliches Leitbild 2015: Fünf-Minuten-Stadt und Hybrid-Häuser

 

Diskussion in Planungswerkstatt über ähnliche Handlungsfelder bei unterschiedlichen Umsetzungsstrategien / Zweite Zwischenpräsentation der drei Planerteams

Halbzeit für die Planungswerkstatt „Räumliches Leitbild 2015“: Im Spagat zwischen Freiraum, urbane Attraktivität und wirtschaftliche Entwicklung ohne zusätzlichen Flächenanspruch konzentrierten sich die Teams vor den Osterferien bei der zweiten Zwischenpräsentation auf ähnliche Handlungsfelder - bei individuellen Planungsansätzen.

Als „einen dichten Ritt durch unsere Gedankenwelt“, hatte Martina Baum für Team 1 (berchtoldkrass/S.US/UC studio) den für das Publikum recht langen Abend angekündigt. Mit fünf geschichteten Handlungsebenen möchte berchtoldkrass/S.US/UC studio die Stadt steuern, dabei versteht das Team „Räumliches Leitbild als Qualitätsversprechen“. Im Mittelpunkt steht das Schloss mit „Sonnenstrahlen“ und einem „Erreichbarkeitsring“, der das Innere (Stadtkern) vom Äußeren mit wichtigen Schnittstellen teilt. Ein Ziel für ein Qualitäts-Plus war die „Fünf-Minuten-Stadt“: in fünf Minuten bis zum nächsten Freiraum-Einstieg - am besten auf beschatteten Radachsen.

Alle Teams sehen Freiraum mit gleicher Wertigkeit wie bebautes Land. Den Landschaftszonen ordnet Team 1 das Landschaftsband Nord auf der für die Nordtangente freigehaltenen Trasse zu. Im Geflecht aus Verkehr- und Gewerbeband der Südtangente soll mit einer „Mixed-Zone“ ein neuer Gebietstypus für Karlsruhe etabliert werden. Den Experimentiercharakter bezieht das Areal, bei dem das Team mehrere Hektar Brache, ebenerdiges großflächiges Parken und eingeschossiges Gewerbe ausgemacht hat, aus Synergien durch stark geschichtete Nutzungen.

In „robuste Regeln“ zu „Selbstwahrnehmung Karlsruhes“ oder auch „Landschaft und Erholung“ mündete die Konzeptarbeit von Team 2, West8/verkehrplus. „Die Bevölkerung denkt stark in Quartieren“, so Christoph Elsässer. Das Zentrum müsse daher stark genug sein, damit Karlsruhe als Stadt funktioniert - also:  die Kernzone definieren, sie über öffentlichen Raum und städtisches Wohnen aufwerten. Wohnen für Jung und Alt solle generell gestärkt werden, „deren Bedürfnisse (Barrierefreiheit, kurze Wege) seien ähnlich. Zu Nachhaltigkeit, Klimawandel und Verkehr genannt wurden verschattete Radschnellwege kombiniert mit dem ÖPNV, Zentrumsgaragen für Bewohner, P+R-Plätze für Auswärtige. Der MIV sollte beim Verkehrsanteil auf die unterste Grenze von 25 Prozent kommen, der Umweltverbund, mit bevorrechtigten Radschnellachsen und Netzlücken-Schluss hingegen auf 60 Prozent. Bei Oberwald und Hardtwald „wollen wir den Parkraum mit den Bedürfnissen des Stadtbewohners verbinden“, erläutert Elsässer. Vom Bahnhof gehe ein Initial aus für innerstädtisches Wachsen mit Übergang über den Güterbahnhof zum Oberwald. Dies im Sinne der Nachhaltigkeit mit Mehrfachnutzungen in stark strukturierten, sogenannten Hybrid-Gebäuden sowie einem Plus an Freiraum durch Verkehrsbündelung.

Team 3, Machleidt/sinai/SHP“, vermisste am Bahnhof „das Stadtfleisch“. Über eine „massive Bebauung des Güterbahnhofs wollen wir diesen gefühlt mehr in die Mitte der Stadt rücken“, meinte Benjamin Wille. Alb, Verkehrsachsen und Mono-Gewerbeareale werden auch hier zur Entwicklungsachse. Durch Überdeckelung der Südtangente, „großzügige Landschaftsbrücken als Promenadepark“, soll der Albraum erlebbar werden. Und so eine Umstrukturierung anstoßen, die mit einem „Übereinander aus Wohnen, Büro, Gewerbe“ - ähnlich der „Mixed-Zone“ von Team 1 - bis in den Südwesten der Stadt ausstrahlt. Die Entwicklungsachse Nord - erneut inspiriert durch die Nordstangenten-Freihaltetrasse - steht für die Idee, dem Hardtwald eine Ost-West-Verbindung zuzufügen, mit Rad- und Fußweg oder gar einer neuen Waldbahn? „Lichtdurchflutete Waldbereiche“, etwa mit Sport und produktiver Landwirtschaft, sollen als „Waldparks neuen Typs“ Stadt und Wald verzahnen

Teams setzen zum Endspurt an

Der zweiten Zwischenpräsentation und öffentlichen Diskussion folgte erneut eine weitere interner Arbeitsrunde. Zusammen mit dem Begleitgremium werden „ihre Bemerkungen in Empfehlungen für die Teams gegossen“, hatte Bürgermeister Michael Obert für das Publikum das Verfahren erläutert. Zum Endspurt setzen die Teams dann am Donnerstag, 22. Mai, wiederum ab 16.30 Uhr im Südwerk, dem Bürgerzentrum der Südstadt, an. Bei Etappe 3, der öffentlichen Schlusspräsentation,  stellen die Teams die Ergebnisse ihrer räumlichen Entwicklungsperspektive der Öffentlichkeit vor, ehe die Planungswerkstatt am 4. Juni mit „Empfehlungen und Ausblick“  ins Finale geht.

Infos: www.karlsruhe.de (Räumliches Leitbild), facebook: www.facebook.com/Raeumliches.Leitbild.KA.2015.

 

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