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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Mai 2014

Behinderte Menschen: Demo gelebter Vielfalt

MIT EINER PERFORMANCE auf dem Kronenplatz stellten 100 Jugendliche mit und ohne Benachteiligung den Weg von der Exklusion über die Integration bis hin zur Inklusion dar. Foto: Fränkle

MIT EINER PERFORMANCE auf dem Kronenplatz stellten 100 Jugendliche mit und ohne Benachteiligung den Weg von der Exklusion über die Integration bis hin zur Inklusion dar. Foto: Fränkle

 

Europäischer Protesttag

Vieles liegt noch im Argen, deshalb wirbt der Europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai alljährlich für die Anliegen gehandicapter Bürgerinnen und Bürger.

In Karlsruhe verschafften sich aus aktuellem Anlass der Ende letzten Jahres neu gewählte Beirat für Menschen mit Behinderungen sowie der Stadtjugendausschuss öffentlichkeitswirksam Gehör. Mit einem Pressgespräch im IBZ die einen, mit bunten Aktionen für Vielfalt und Inklusion in der Innenstadt die anderen.

Große Offenheit und Sensibilität bescheinigte der neue Beiratsvorsitzende Peter Stopp in den ersten Wochen seiner Tätigkeit der Stadtverwaltung und anderen Institutionen: „Wohlwollen ist überall erkennbar“. Aber das reiche eben oft nicht. Dass es in Karlsruhe derzeit nur eine auch für Behinderte nutzbare öffentliche Toilette gebe, sei ein Unding. Und die Verbesserung der Situation eigentlich unaufschiebbar. Zwar laufe die Ausschreibung für weitere 24 Toiletten, allerdings noch ohne konkretes Ergebnis. Aber „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ so Stopp.

Viele Themen beschäftigten schon das Vorgängergremium. Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude und eine entsprechende Datenbank, Inklusion oder auch barrierefreie Kommunikation über „leichte Sprache“. So sollten Anträge verständlich formuliert sein. Fortschritte gibt es bereits. Bei städtischen Veranstaltungen können im Vorfeld unter der Telefonnummer 0721/133-5050 Gebärdendolmetscher beantragt werden, 10.000 Euro hat der Gemeinderat für diese Maßnahme bereit gestellt.

Mit Aktionen in der Innenstadt beteiligte sich auch der Stadtjugendausschuss am Europäischen Protesttag. Jugendliche mit und ohne Behinderung präsentierten gemeinsam, was sie in vielfältigen Projekten erarbeitet haben. Mit Theater, Zirkus, Parkour, Musik und Tanz demonstrierten sie, wie Zusammenleben in einer inklusiven Gesellschaft funktionieren kann.

Nach dem Auftakt am Kronenplatz mit Bürgermeister Martin Lenz zogen einzelne Gruppen als Botschafter eines vielfältigen und toleranten Karlsruhe drei Stunden lang quer durch die Innenstadt. Schon bevor Inklusion in aller Munde war, habe der Verein sie gelebt. Seit den 90er Jahren organisiere der Verein Ferienfreizeiten für Kinder mit und ohne Behinderungen, nannte StJA-Geschäftsführerin Elisabeth Peitzmeier als Beispiel.  -maf-

 
 

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