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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Mai 2014

Geschichte: St. Peter und Paul 1889 geweiht

Die Kirche St. Peter und Paul steht den Katholiken Mühlburgs seit 1886 offen. Vorher mussten sie in andere Stadtteile wie Daxlanden ausweichen. Foto: Stadtarchiv

Die Kirche St. Peter und Paul steht den Katholiken Mühlburgs seit 1886 offen. Vorher mussten sie in andere Stadtteile wie Daxlanden ausweichen. Foto: Stadtarchiv

 

Katholiken bekamen ihre Kirche

Lange Zeit lebten die Katholiken im protestantischen Mühlburg in der Diaspora, mussten zum Gottesdienst nach Daxlanden oder Karlsruhe. Mit deren wachsender Bevölkerung wurde 1886 im Jahr der Eingemeindung der Stadt Mühlburg nach Karlsruhe ein Kirchenbau vollendet.

Während die Glocken bereits im Oktober 1886 geweiht wurden, fand die feierliche Kirchweih - die Konsekration - fast drei Jahre später statt. Am 9. Mai 1889 vormittags bei schönstem Wetter.

Ganz Mühlburg war beflaggt und mit frischem Grün geschmückt, auf der Kaiserallee ein Triumphbogen errichtet mit der Aufschrift: „Benedictus qui venit in nomine Domini“ - Gepriesen sei er, der kommt im Namen des Herrn. Direkt vor der Kirche stand ein weiterer dreiteiliger Bogen. Erzbischof Roos von Freiburg traf kurz vor 8 Uhr in der Frühe ein und wurde feierlich zur Kirche geleitet. Die Weihe begann vor der Kirche mit Gebeten und Psalmen, darauf folgten die Wassersegnung und ein dreimaliger Zug um die Kirche, wobei nacheinander die unteren, mittleren und oberen Teile der Mauer besprengt wurden

Nach Segnung der Türe von außen zogen der Erzbischof und die zahlreich vertretene Geistlichkeit in das Innere ein, um dort die Weihung zu vollenden, während das Volk noch draußen wartete. Stadtpfarrer Seelinger aus Durlach hielt derweil auf einer außen errichteten Kanzel die Festpredigt. Nach der Weihung wurden die Reliquien der heiligen Märtyrer Charus und Venantius, die auch in zahlreichen anderen Kirchen liegen, feierlich in die Kirche getragen, worauf nun das Kirchenvolk eintreten durfte.

Dem Weiheakt schloss sich um 11 Uhr das Hochamt an, dem auch die inzwischen eingetroffenen Oberbürgermeister Lauter, Bürgermeister Schnetzler und Krämer sowie die Stadträte beiwohnten. Abends gab es im Dreilindensaal ein festliches Bankett. Erst am 5. März 1899 wurde auf erzbischöflichen Erlass die bisherige Kuratie zur „Stadtpfarrei Karlsruhe-Mühlburg ad Sanctos Apostolus Petrum et Paulum“ erhoben. -jsk-

 
 

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