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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Mai 2014

Straßenprostitution: Sexgewerbe nur nachts

Stadt beantragt Änderung der Sperrbezirksverordnung

Die Stadt beantragt beim Regierungspräsidium die Änderung der Sperrbezirksverordnung. Dies hat der Hauptausschuss einstimmig beschlossen. Die Straßenprostitution soll auf 22 bis 6 Uhr beschränkt, Kontakte insbesondere von Kindern und Jugendlichen mit der Straßenprostitution sollen so verhindert werden.

Auch wenn es bei flächiger Ausweitung des Sperrbezirks die Gefahr eines Verlagerungseffekts gibt, wird eine geringfügige Änderung des Sperrbezirks im Bereich der Schwarzwaldstraße beantragt. Denn Haupt- und Busbahnhof werden zu allen Tages- und Nachtzeiten von vielen Menschen - auch Kindern und Jugendlichen - genutzt. Im Juli befasst sich der Sozialausschuss mit aufsuchender Sozialarbeit für die in der Straßenprostitution tätigen Frauen, die jetzt beginnen wird.

Polizeipräsidium, Stadt und Diakonisches Werk  hatten den Ausschuss über ihre Erkenntnisse  zum Thema informiert. Das  - an sich legale - Sexgewerbe ist insbesondere rund um die Fautenbruchstraße und Otto- und Fiduciastraße anzutreffen und war zuletzt öffentlich intensiv diskutiert worden.

Die Straßenprostitution steht nicht in Verbindung mit organisierter Kriminalität oder dem Drogenmilieu, fasste OB Dr. Frank Mentrup zusammen. Man müsse von zehn bis 40 Prostituierten ausgehen. „Dies ist im Städtevergleich ein durchaus niedriger Wert“, so Mentrup. Er wolle jedoch nicht verkennen, dass von der Tätigkeit und von den potentiellen Freiern Unsicherheit und ein Bedrängungsgefühl bei Nichtbetroffenen ausgeht. Auch die Vermüllung sei nicht hinnehmbar. Mit dem in sechs bis acht Wochen verdienten Geld können sie ein Jahr lang ihre Familien in Bulgarien, Ungarn oder Rumänien durchbringen.

„Wir sind für die Bürgerinnen und Bürger zuständig“, begründete CDU-Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz, warum ihre Fraktion angesichts „verzweifelter Eltern und Eigentümer, die sich Sorgen um ihr Grundeigentum machen“ zunächst  den klaren Fokus auf die rasche „Schaffung von Sicherheit und Ordnung“ setze. Neben der zeitlichen Beschränkung war für Bettina Lisbach (Grüne) und SPD-Kollegin Doris Baitinger „aufsuchende Beratung“ wichtig. Stichwort  Würde und Rechte der Frauen - mit Gesundheitsvorsorge oder auch Gewaltprävention. Mit dem Vorgehen der Stadt einverstanden zeigten sich in Wortbeiträgen zudem Thomas Hock (FDP) und Lüppo Cramer (KAL). -rie-

 
 

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