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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Mai 2014

19. Deutscher Präventionstag: Cybersicherheit stand bei Kongress im Fokus

ÜBER DIE SCHATTENSEITEN DER DIGITALEN GESELLSCHAFT sprach Jörg Zierke, Präsident des Bundeskriminalamtes, am Montag bei der Eröffnung des Karlsruher Forums für Cybersicherheit. Foto: Fränkle

ÜBER DIE SCHATTENSEITEN DER DIGITALEN GESELLSCHAFT sprach Jörg Zierke, Präsident des Bundeskriminalamtes, am Montag bei der Eröffnung des Karlsruher Forums für Cybersicherheit. Foto: Fränkle

EHEMALIGE BERATERIN VON OBAMA: OB Dr. Frank Mentrup hatte Melissa Hathaway als Referentin für Karlsruhe gewinnen können. Foto: Fränkle

EHEMALIGE BERATERIN VON OBAMA: OB Dr. Frank Mentrup hatte Melissa Hathaway als Referentin für Karlsruhe gewinnen können. Foto: Fränkle

 

Positive Bilanz / Kurskorrektur von Politik gefordert

Montag, 12., und Dienstag, 13. Mai, stand das Kongresszentrum am Festplatz ganz im Zeichen des 19. Deutschen Präventionstags, der mehr als 3 000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland nach Karlsruhe brachte. Der Präventionstag forderte eine Kurskorrektur in der Kriminalpolitik.

Rot, grün, blau und gelb leuchteten einem überall in den Hallen am Festplatz die Regenschirme entgegen, die zum Symbol des Deutschen Präventionstags geworden sind. Denn erfolgreiche Prävention ist ein Schutz vor Gewalt, Leid und Kriminalität. Und weil Praxis, Politik und Wissenschaft die zentralen Arbeitsfelder der Kriminalprävention sind, hatte der Präventionstag die Beziehungen zwischen diesen drei Feldern zu seinem diesjährigen Thema gemacht. Erich Marks, Geschäftsführer des Präventionstags, machte sich dafür stark "verbindliche Strukturen für deren Zusammenarbeit auszubauen." 300 Referenten und 250 Fachorganisationen waren zum größten europäischen Kongress für Kriminalprävention gekommen, und Marks zog zum Abschluss "eine sehr positive Bilanz". Auch die Zusammenarbeit mit den Gastgebern Stadt Karlsruhe und Land Baden-Württemberg fand seine lobenden Worte.

An die Bundespolitik ging die Forderung, ihren Kurs in der Kriminalpolitik deutlich zu korrigieren. So hießt es in der am Dienstag veröffentlichten "Karlsruher Erklärung", dass weder personelle noch finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt würden, geschweige denn, dass Gesetze, Maßnahmen, institutionelle Einrichtungen und organisatorische Vorkehrungen konkret auf Prävention hin ausgerichtet würden. Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, hatte bei der Eröffnung des Kongresses gefordert, "Verjährungsfristen zu verlängern" und Betroffenen bei Strafverfahren professionelle Hilfe zur Seite zu stellen - gerade auch, wenn Kinder die Opfer seien. Unter der Nummer 08000 116 016 habe ihr Ministerium ein rund um die Uhr erreichbares Hilfetelefon für von Gewalt betroffene Frauen eingerichtet. OB Dr. Frank Mentrup, der den Präventionstag miteröffnete und sich von der Programmvielfalt beeindruckt zeigte, forderte im Hinblick auf die Daseinsvorsorge "für gute Strukturen zu sorgen", denn die Schwächsten der Gesellschaft seien meistens die Leidtragenden.

Innenminister Reinhold Gall wies darauf hin, dass in Baden-Württem­berg allein vergangenes Jahr 31 000 Präventionsveranstaltungen statt­gefunden hätten - die Hälfte davon durch die Polizei organisiert. Beim Karlsruher Forum für Cybersicherheit, das die Stadt im Rahmen des Präventionstags in Zusammenarbeit mit dem CyberForum Karlsruhe veranstaltete, machte Jörg Ziercke deutlich, dass die wenigsten Fälle von Cyberkriminalität angezeigt würden: "Hoher Aufwand" und "geringe Aussicht auf Erfolg" stünden sich gegenüber. Wegen des grenzenlosen Schadenspotenzials sei es aber wichtig, dass sich alle - Bürger und Unternehmen - mit Cybersicherheit be­schäf­tigten. "Wir müssen unsere Verhaltensweisen ändern", machte sich auch David Hermanns, Geschäftsführer des CyberForums, für mehr IT-Sicherheit stark. Und für alle, die nicht beim Forum für Cybersicherheit dabei sein konnten: Die nächste Live-Hacking-Demo findet am 5. Juni um 18 Uhr in der IHK statt - Anmeldung über KA-IT-Si. -res-

 
 

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