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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Mai 2014

Fernwärme: 2015 noch „raffinierter“

MEHR ABWÄRME INS NETZ: MiRO-Sprecher Löhr, EB Mergen, Stadtwerke-Chef Roth (v.l.) vor der MiRO-Übergabestation. Foto Fischer

MEHR ABWÄRME INS NETZ: MiRO-Sprecher Löhr, EB Mergen, Stadtwerke-Chef Roth (v.l.) vor der MiRO-Übergabestation. Foto Fischer

 

MiRO und Stadtwerke bauen Abwärmenutzung weiter aus

Bereits seit Herbst 2010 nutzen die Stadtwerke überschüssige Abwärme der Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) aus dem Werksteil 2 für die Fernwärmeversorgung. Im letzten Jahr reichte dies aus, um den Wärmebedarf von rund 25.000 Karlsruher Haushalten zu decken. In einem weiteren Ausbauschritt wird jetzt auch die Abwärme vom Werksteil 1 westlich der Alb nutzbar gemacht.

Dies reicht aus, um weitere 18.000 Wohnungen mit wohliger Wärme zu versorgen. Der Ausbau soll insgesamt 25 Millionen Euro kosten und bis zur Heizperiode 2015/2016 abgeschlossen sein.

„Damit wird eine Erfolgsgeschichte von Karlsruhes größtem Umweltprojekt, das zum Vorzeigeprojekt für ganz Europa geworden ist, weitergeschrieben", sieht Erste Bürgermeisterin Margret Mergen das „einfach raffinierte" Engagement von Stadtwerke und MiRO als wichtigen Beitrag, um die Karlsruher Klimaschutzziele zu erreichen. Schließlich werde künftig mit der Nutzung von Abwärme gegenüber mit neuester Erdgas- Brennwerttechnik erzeugter Wärme jährlich über 100.000 Tonnen CO2 eingespart. Für die MiRO positiv: Sie kann ihre Energieeffizienz nochmals um fünf Prozent steigern. „Das hilft der Umwelt und unserem Raffineriestandort Karlsruhe im Wettbewerbsvergleich noch besser auszusehen", sieht Dr. Hans-Gerd Löhr, Sprecher der MiRO-Geschäftsführung, die Abwärmenutzung als „feines Zusatzgeschäft", das man nicht betreibe, „um richtig Geld zu verdienen".

„Nachhaltigkeit und Klimaschutz bilden die Grundlage, an Hand derer die Glaubwürdigkeit und die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens gemessen wird", ist für Dr. Karl Roth, den Technischen Geschäftsführer der Stadtwerke, gerade Fernwärme aus Abwärme ein „besonders zukunftsträchtiges Produkt". Sie sei „sowieso vorhanden“, müsse nicht extra erzeugt werden, habe hohe Versorgungssicherheit hat und verspreche hohe Preisstabilität, weil man nicht mehr direkt von Preisschwankungen an der Strombörse abhängig sei. Roth geht davon aus, dass der Anteil der MiRO-Abwärme an der gesamten Karlsruher Fernwärme von derzeit 31 Prozent auf 50 bis 60 Prozent gesteigert werden kann, wobei bis dahin das Fernwärme nochmals kräftig wachsen soll.

Derzeit wird das 180 Kilometer lange Fernwärmenetz durch den Bau einer dritten Hauptleitung nach Süden erweitert, um bis 2019 Daxlanden, Grünwinkel, Oberreut und Ruppürr anzuschließe. Aktuell werden in Karlsruhe rund 26.000 Wohnungen mit Fernwärme beheizt. Hinzu kommen Fernwämelieferungen in der gleichen Größenordnung an Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie. -fis-

 
 

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