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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Mai 2014

Kultur: Als der Krieg in die Städte kam

ADRETT in den Weltkrieg: Uniformen im Pfinzgaumuseum. Foto: Fränkle

ADRETT in den Weltkrieg: Uniformen im Pfinzgaumuseum. Foto: Fränkle

 

Herausforderung „Heimatfront“: Ausstellungen im Stadtmuseum und Pfinzgaumuseum

Wenn in Schützengräben und auf Schlachtfeldern gekämpft und gestorben wurde, hatte sich die Zivilbevölkerung in den Städten an der sogenannten Heimatfront unfreiwilligen Herausforderungen zu stellen. Die stadthistorische Doppelausstellung im Stadtmuseum und Pfinzgaumuseum „Der Krieg daheim. Karlsruhe 1914 - 1918“ blättert bis zum 26. Oktober das Kapitel Erster Weltkrieg in einer historischen Bestandsaufnahme auf.

Aus Karlsruhe verloren 5.324 Soldaten im Ersten Weltkrieg ihr Leben, nach Durlach kehrten 529 Männer nicht mehr zurück. Im Jahr 1915 war insbesondere Karlsruhe das Ziel von 14 schweren französischen Luftangriffen während in Durlach nur einige Gebäude zerstört wurden. 168 Menschen starben im Bombenhagel und unter einstürzenden Gebäuden. Damit war Karlsruhe die deutsche Stadt mit den höchsten zivilen Verlusten, erfahren Besucher in einem Rückblick über den „Krieg daheim“. In insgesamt neun Abteilungen widmet sich der Beitrag zu den Europäischen Kulturtagen den Ereignissen jener finsteren Zeit.

Das Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais greift unter anderem Sichtweisen von Kunst und Kultur, die Kriegs- und Durchhaltepropaganda, die Lazarettstadt sowie Kriegserinnerungen von Menschen auf.  Die Ausstellung mit öffentlichen Exponaten und Leihgaben aus Privatbesitz zeigt Tagebuchberichte und Fotografien, zahlreiche Objekte und Modelle der damaligen Doppeldeckerkampfflugzeuge. Das Pfinzgaumuseum rückt im zweiten Teil der Schau in der Durlacher Karlsburg die Kindheit und Jugend im Ersten Weltkrieg in den Focus. Die Geschichte der Garnisonen in Karlsruhe und Durlach sind ein weiteres Thema, das den Truppenbedarf, den „Nachschub Mensch“, für die Front beschreibt.

Nüchterne Zahlen und Fakten werden anschaulich, weit weg liegende Ereignisse plötzlich authentisch und durch Einzelschicksale greifbar, sagte OB Dr. Frank Mentrup bei der Ausstellungseröffnung. Das Stadtoberhaupt nannte als Beispiel die Postkarte eines im Karlsruher Lazarett versorgten Soldaten aus Dresden. Darauf beginnt der Schwerverletzte seinen Dank an den Stadtrat für die empfangene Hilfe mit den Worten: „Ich bin der ohne Beine. Vielleicht können Sie sich meiner besinnen.“ -Lä-

 
 

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