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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Mai 2014

Zuversicht am Baden-Airpark: McKinsey-Aussagen zur Geschäftsperspektive bis 2025

MIT LINIENFLÜGEN von Ryanair begann 2003 der „Steigflug" der Passagierzahlen am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Foto FKB

MIT LINIENFLÜGEN von Ryanair begann 2003 der „Steigflug" der Passagierzahlen am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Foto FKB

 

Weiterhin keine Subvention für den laufenden Betrieb notwendig

Mit der Entscheidung für den konsequenten Ausbau des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) schnürten 2003 die Gesellschafter der Baden-Airpark GmbH (BAG) ein 114 Millionen Euro schweres Finanzpaket. Nachdem davon zum 1. April 2015 die letzte Rate fließt, steht die Entscheidung an, wie es danach weitergeht. Hilfestellung dabei soll ein Gutachten der Beratungsfirma McKinsey geben.

Während andernorts regionale Flughäfen ums Überleben kämpfen, weil sie nach dem Beschluss der EU-Kommission nur noch bis 2024 staatliche Beihilfen für den laufenden Betrieb erhalten dürfen, sehen beim FKB die Zukunftsperspektiven völlig anders aus: Zwar gab es, bedingt durch Steuern und Abschreibungen fast durchweg negative Jahresergebnisse (zuletzt ein Minus von 4,44 Millionen Euro), im operativen Betrieb erwirtschaftet die BAG allerdings bereits seit 2004 Gewinne (2013: 3,4 Millionen Euro). „Dafür haben wir einen modernen Flughafen mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Passagieren aufgebaut und einen Gewerbepark mit rund 130 Firmen und mehr als 2.200 Arbeitsplätzen vorzuweisen", sieht Airpark-Chef Manfred Jung den FKB im oberen Drittel der deutschen Regionalflughäfen.

„Die Passagierzahlen müssen dauerhaft über der Million liegen, Zielmarke ist und bleiben 1,5 Millionen Passagiere", sieht Jung sich durch die ersten Kernaussagen von Mc Kinsey bestätigt, die dem Flughafen ein Passagierpotential zwischen 1,4 bis 2,1 Millionen attestieren. Da etwa 80 Prozent des Geschäfts von den Passagierzahlen abhängen und die wirtschaftlich starke Region noch weiter wachsen werde, empfiehlt Mc Kinsey vier strategische Initiativen.

Neben neuen Flugstrecken, intensiverer Vermarktung des Gewerbeparks und Überprüfung der Kosten gehört dazu die verbesserte Anbindung des Airparks an die Autobahn und den ÖPNV. Nicht zuletzt beziffern die Unternehmensberater den volkswirtschaftlichen Nutzen des Baden-Airparks in der Region auf über 200 Millionen Euro pro Jahr. Nachdem die erste Analyse dem Aufsichtsrat vorgestellt wurde, soll Mc Kinsey konkrete Handlungsempfehlungen geben.

Was die Flugzahlen angeht, sieht Airpark-Chef Jung die „Delle" bei den Passagierzahlen überwunden. Nach dem Spitzenjahr 2012 mit 1,3 Millionen Fluggästen, waren die Zahlen unter die Millionengrenze gerutscht. In diesem Jahr bewege man sich an der Million, im nächsten Jahr sollen es wieder 1,1 Millionen sein. Passend zu diesem Optimismus kündigte der irische Billigflieger Ryanair am Freitag an, im Winterflugplan die Verbindung nach Barcelona-Girona wieder aufzunehmen. Für 2015 laufen bereits Gespräche mit Turkish Airlines, um  eine attraktive Istanbul-Verbindung einzurichten. Daneben zeigt Germanwings Interesse an zwei Tagen in der Woche die Strecke FKB - Tel Aviv anzubieten. -fis-

 
 

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