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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Mai 2014

Gemeinderat: Kulturkonzept mit Signalen für morgen

 

Der Gemeinderat stimmt für offenes Grundsatzprogramm

In einem zweijährigen Abstimmungsprozess haben sich das städtische Kulturamt sowie lokale Kulturinstitutionen und Kulturschaffende auf eine gemeinsame Kulturerklärung geeinigt. Der Gemeinderat hat das Kulturkonzept 2025 am Dienstag einstimmig gebilligt.

Das Grundsatzprogramm für die Kulturpolitik in die kommenden zehn Jahre nennt auf 140 Seiten Ziele und Leitlinien, die sich der Stärkung von Kunst, Kultur und Bildung verpflichtet sehen. Vom Ausbau der Ganztagsschulen zum Beispiel, erwartet das Kulturamt auch Chancen für die kulturelle Bildungsarbeit. Das Mitwirken interessierter Menschen bei kulturellen Vorhaben, die Sanierung von Kulturgebäuden oder die Erneuerung der Kulturszene „bei begrenzten Mitteln“ sind weitere Akzente.

Kommunale Kulturpolitik sei eine „gesamtstädtische Querschnittsaufgabe“. Sie habe sich dem gesellschaftlichen Wandel zu stellen, lautet eine Forderung in dem Papier. Das gelinge aber nur, wenn Stadt und Kulturschaffende eng zusammenarbeiten, formulieren die Autoren ihren Partizipationsanspruch. So sei mit dem Kulturkonzept auch kein abzuarbeitender Arbeitsplan vorgelegt worden, sondern ein ergebnisoffener Orientierungsrahmen, beschrieb Bürgermeister Wolfram Jäger den Anspruch der formulierten Positionen zur Karlsruher Kunst und Kultur.

„Das ist ein guter Tag für Karlsruhes Kultur“, jubelte Dr. Albert Käuflein für die CDU. Ein Recht auf Kultur sei zwar nicht einklagbar, müsse aber jedem zugänglich sein. Der Stadtrat begrüßte, dass demographischer Wandel, Migration, Partizipation und die Digitalisierung der Gesellschaft Säulen der Leitlinien im Konzept seien. Eine Ideensammlung mit Anregungen für künftige Entwicklungen entnahm Elke Ernemann (SPD) dem Grundsatzprogramm. Es enthalte Stärken aber auch Schwächen, weil für vieles noch kein Geld da sei, aber: „Das Konzept schlägt Strategien vor.“

Während sich Heinz Golombeck (FDP) über ein „dynamisches offenes Arbeitspapier“ freute, sprach Dr. Eberhard Fischer von einem „Zwischenstopp“. Nach fünf Jahren könnte die Kultur schon wieder vor ganz neuen Herausforderungen stehen. Mit Blick auf das Hier und Heute stimme er dem Konzept aber „fröhlich“ zu. Kritik verband Eduardo Mossuto (FW) mit seiner Zustimmung. Das „hoch intellektuell“ geschriebene Buch wende sich nur an eine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Er befürchte außerdem, dass auch in Zukunft kleine Kulturträger nur das bekämen, was die großen übrig lassen.

Ad acta gelegt wurde ein Änderungsantrag der Grünen. Dr. Ute Leidig hatte sich an Formulierungen im Kulturkonzept gestoßen. Mit ihren Änderungswünschen ergebe sich inhaltlich jedoch nichts Neues, gab Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zu bedenken. Zudem müssten etwaige Änderungen wiederum mit allen am Kulturkonzept Beteiligten abgestimmt werden. Auch Bedenken, der Gemeinderat beschließe Leitlinien, denen der am Sonntag neu zu wählende Rat später folgen müsse, räumte das Stadtoberhaupt aus. Das Konzept sei vom jetzigen Rat auf den Weg gebracht und mit dessen Vertretern im Kulturausschuss beraten worden. Jetzt müsse über das Resultat auch der aktuelle Gemeinderat befinden. -Lä-

 
 

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