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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Mai 2014

Geschichte: Ins Jetzt zurückgeholt

GUNTER DEMNIG verlegt Stolpersteine. Foto: Fränkle

GUNTER DEMNIG verlegt Stolpersteine. Foto: Fränkle

 

Zwei Stolpersteine für Max und Dvora Gewürz verlegt

Am 6. Januar 1920 heirateten Markus Gewürz und Dvora Weiss. Beide jüdischen Glaubens. Markus - genannt Max - arbeitete als Vertreter einer Textilfirma in der Kriegsstraße.

Sie bekamen vier Kinder und brachten es zu bescheidenem Wohlstand. Doch ab 1933 gingen die Geschäfte immer schlechter, 1938 schoben die Nazis Max an die polnische Grenze ab. Zwei ihrer Kinder konnte Dvora zur Rettung nach England schicken, ihre Zwillinge Fanny und Gertrud nach Straßburg. Dann folgte Dvora ihrem Mann 1939 nach Polen. Wann und wo die beiden gestorben sind oder getötet wurden, ist nicht bekannt. Aber seit Dienstag erinnern vor dem Haus Schützenstraße 75 - ihrem letzten freiwilligen  Wohnsitz - zwei Stolpersteine an Max und Dvora. Zwei ihrer Enkel, Benjamin Neeman und Miri Dvora Elbaz, waren aus Tel Aviv und Haifa zur Verlegung durch den Künstler Gunter Demnig nach Karlsruhe gekommen. Sie sind die Kinder von Fanny. Benjamin richtete von seiner fast neunzigjährigen Tante Gertrud aus, dass sie ihre Kindheit in Karlsruhe sehr genossen habe. Vorher hatten Schüler des Kantgymnasiums mit Kurzbiographien an Max und Dvora erinnert. Wer mehr wissen möchte, auch über elf weitere neu verlegte Steine an acht Stellen wird unter gedenkbuch.informedia.de fündig. -res-

 
 

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