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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Mai 2014

Kommunalwahl: Noch mehr Vielfalt im Gemeinderat

TAUSENDE HELFERINNEN UND HELFER sorgten am Sonntag und Montag für einen reibungslosen Wahlablauf. Foto: Fränkle

TAUSENDE HELFERINNEN UND HELFER sorgten am Sonntag und Montag für einen reibungslosen Wahlablauf. Foto: Fränkle

 

Künftig elf politische Kräfte im Bürgersaal / CDU trotz leichter Verluste weiter vorne / SPD verdrängt GRÜNE von Platz zwei / Absturz der FDP / AfD, Piraten und PARTEI schaffen Einzug

Aus der Wahl zum neuen Gemeinderat ging die CDU am 25. Mai als stärkste politische Kraft hervor. Sie bestätigte mit 26,8 Prozent trotz eines Verlustes von 1,4 Prozentpunkten gegenüber 2009 ihre Spitzenposition. Die SPD verdrängte mit 21,8 Prozent (plus 2,2) die Grünen (19,9 Prozent) von Platz zwei. Die Wahlbeteiligung lag mit 45,2 Prozent um 2,5 Prozentpunkte höher als die von 2009 (42,7 Prozent).

Neben dem Absturz der FDP von 12,6 Prozent im Jahre 2009 auf jetzt 6,1 Prozent sorgte das Abschneiden der kleinen Parteien und Gruppierungen am Montagabend in der Schwarzwaldhalle, als OB Dr. Frank Mentrup das vorläufige amtliche Endergebnis verkündete, für die größte Überraschung. Mit AfD, Piraten und „Die Partei“ hatten auch alle drei „Neustarter“ den Sprung in den Bürgersaal geschafft. Damit sind im Plenum künftig elf statt wie bisher acht politische Gruppierungen vertreten.

Die drei großen Parteien CDU (13 Sitze statt bisher 14), SPD (zehn Sitze wie bisher) und GRÜNE (9 statt bisher zehn Sitze) belegen mit 32 zwei Drittel der 48 Sitze im Bürgersaal. Die verbleibenden 16 teilen sich aber gleich acht Parteien und Wählervereinigungen auf. Dazu gehört zunächst die FDP, die mit ihrem Minus von 6,5 Prozentpunkten ihre Zahl an Mandaten halbierte und nunmehr mit drei Sitzen im Plenum vertreten ist. Zwei Sitze statt bisher drei nimmt dort künftig die KAL ein (Minus 1,7 Prozentpunkte). Wie bisher zwei Mandate gehen an Die Linke, die von 4,2 auf 5,1 Prozent zulegte und  an GfK (3,2 Prozent). Die Freien Wähler schrumpften von 5,7 auf 2,7 Prozent und können künftig nur noch einen Sitz (bisher zwei) beanspruchen.

Die AfD hingegen holte aus dem Stand heraus satte 5,6 Prozent und erreichte damit drei Sitze, die Piraten holten mit 3,4 Prozent zwei Mandate und der „PARTEI“ reichten 1,1 Prozent zu einem Sitz.

Ebenfalls aus dem Stand heraus wurde Parsa Marvi, der erstmals für den Gemeinderat kandidierte, zum „Stimmenkönig“. Auf den Spitzenkandidaten der SPD entfielen 48.570 Stimmen. Gleich dahinter folgte GRÜNE-Fraktionssprecherin Bettina Lisbach (48.015 Stimmen), Platz drei ging an Thorsten Ehlgötz (CDU) mit 43.997 Stimmen.

In den Stadtteilen schnitt die CDU in Stupferich mit 44 Prozent und in Palmbach mit 37,3 Prozent am besten ab, ihr schwächstes Ergebnis hatten die Christdemokraten in der Südweststadt mit 18 Prozent. Als Hochburgen der SPD erwiesen sich Daxlanden und Wolfartsweier mit jeweils 26,6 Prozent. Am wenigsten Zuspruch hatten die Sozialdemokraten in Stupferich mit 14,9 Prozent. Die Grünen schnitten in den Quartieren der Innenstadt am besten ab und überflügelten etwa in der Weststadt (26,6 Prozent) und der Innenstadt-West (22,6 Prozent) CDU und SPD deutlich. Sie blieben in allen 27 Stadtteilen zweistellig, sogar in ihrer „Diaspora“ Stupferich (10,9 Prozent). Die FDP hingegen verbuchte in keinem Stadtteil mehr ein zweistelliges Ergebnis. Sogar in ihrer Hochburg Neureut entschieden sich nur 9,1 Prozent der Wähler für die Liberalen. Den deutlichsten Verlust musste die FDP in Wolfartsweier hinnehmen. Dort stützte sie von 17 auf 6,6 Prozent ab. Auch die KAL verzeichnete in allen Stadtteilen Einbußen. Die größte in ihrer Hochburg Südstadt, in der sie von 10,7 auf 6,5 Prozent abrutschte.

Die AfD fuhr in Oberreut mit 9,9 Prozent fast ein zweistelliges Ergebnis ein. Am wenigsten Freunde hatte sie in der Südstadt (3,5 Prozent) und in der Südweststadt (3,9 Prozent). Für Die Linke erwies sich die Nordstadt (8,6 Prozent) als gutes Pflaster, für GfK war die Waldstadt (5,1 Prozent) stärkster Stadtteil. Die Piraten kamen in der Innenstadt-Ost auf 7,5 Prozent, die Freien Wähler stießen in Stupferich mit 7 Prozent auf die größte Resonanz. Und die „PARTEI“ verbuchte in der Innenstadt-Ost mit 3,2 Prozent ihr bestes Ergebnis. -trö-

 
 

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