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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Mai 2014

Kommunalwahl: So bunt wie noch nie

 

Elf Listen vertreten

Die Karlsruher Wählerinnen und Wähler haben entschieden: Der Gemeinderat wird noch bunter und vielfältiger. Alle bisher vertretenen acht Gruppierungen schafften wieder den Einzug ins Kommunalparlament, neu hinzu kommen die „AfD“, die "Piraten" und "Die Partei". Bei der konstituierenden Sitzung am 29. Juli werden insgesamt 19 der 48 Sitze im Bürgersaal des Rathauses von neu gewählten Ratsmitgliedern besetzt.

Stärkste Fraktion im Gemeinderat bleibt die CDU, die allerdings gegenüber den Kommunalwahlen 2009 von 28,2 Prozent auf 26,8 Prozent zurückfiel, damit einen Sitz verlor und nur noch mit 13 Stimmen vertreten ist. Während Rainer Weinbrecht nicht mehr kandidierte, müssen Isolde Haller, Christa Köhler und Johannes Krug ihre Stühle räumen. Neu für die CDU dabei sind Marianne Mußgnug, Hermann Brenk und Dr. Rahsan Dogan.

Überholt in der Gunst der  Wählenden hat die SPD die Grünen.  Ihr Stimmenanteil stieg von 19.6 auf 21,8 Prozent, allerdings bleibt es wie bisher bei zehn Sitzen im  Rat. Diese werden zur Hälfte neu besetzt, weil nach langer Ratszugehörigkeit die Fraktionsvorsitzende Doris Baitinger ebenso nicht mehr kandidierte wie Angela Geiger und Ute Müllerschön. Nicht wiedergewählt wurden Jürgen Marin und Dr. Heinrich Maul. Dafür sind neu dabei Parsa Marvi, David Hermanns, Irene Moser, Dr. Raphael Fechler sowie Sibel Uysal.

Ein großes Stühlerücken steht auch bei den Grünen an. Mit 19,9 Prozent der Stimmen wurde das Ergebnis der letzten Kommunalwahlen (20,1 Prozent) zwar nur äußerst knapp unterschritten, aber letztlich kostete dies einen Sitz und damit rutschte man knapp hinter die SPD zurück. Gleich vier der neun Sitze werden neu besetzt von Zoe Mayer, Daniela Reiff, Renate Rastätter und Joschua Romero Konrad. Sie folgen auf Dr. Christofer Leschinger, Dr. Dorothea Polle-Holl, Manfred Schubnell und Uta van Hoffs, die nicht mehr kandidierten sowie Tanja Kluth, die nicht genügend Stimmen für eine Wiederwahl einsammeln konnte.

Kräftig Federn lassen musste die  FDP, die von zuletzt 12,6 Prozent der Stimmen auf 6,1 Prozent abrutschte und damit die Hälfte ihrer bisherigen sechs Sitze verliert. Neben der langjährigen Fraktionsvorsitzenden Rita Fromm, die nicht mehr für eine Wiederwahl kandidierte, müssen Heinz Golombeck und Thomas Kalesse weichen.

Während die FDP ihren Fraktionsstatus mit drei Sitzen gerade noch behalten konnte, verliert die KAL bei einem Stimmenanteil von 4,2 Prozent (2009: 5,9 Prozent) diesen Status. Margot Döring scheidet aus dem Rat aus.

Verluste mussten auch die "Freien Wähler" hinnehmen, die 2009 mit 5,7 Prozent der Stimmen zunächst zwei Sitze geholt hatten, nach dem späteren Übertritt von Eduardo Mossuto zur "GfK" allerdings nur noch von Jürgen Wenzel vertreten wurden. So wird es auch bleiben, nachdem die "FW" dieses Mal nur 2,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.

Die aktuellen Wahlen brachten nun auch für Eduardo Mossuto, das endgültige Aus im Gemeinderat. Seine aussichtsreiche Kandidatur auf der Liste der "GfK" direkt hinter Spitzenkandidat Friedemann Kalmbach wurde ihm ausgerechnet von einem Mann aus den eigenen Reihen vermasselt: KSC-Profi Reinhold Yabo holte so viele Stimmen, dass er vom 48. und letzten Platz der GfK auf Platz zwei spurtete und damit in den Gemeinderat einziehen kann. Auch insgesamt zahlte sich der Promi-Bonus für die GfK aus. Gegenüber der letzten Wahl steigerte sie sich von 2,4 auf 3,2 Prozent der Stimmen. In gleicher Besetzung wie bisher ist "DIE LINKE" im Gemeinderat vertreten. Auch dort freute man sich über einen von 4,2 auf 5,1 Prozent gestiegenen Stimmenanteil. In der Wählergunst noch vor die Linken schob sich die AfD, die aus dem Stand sich einen Stimmenanteil von 6,6 Prozent, drei Sitze im Gemeinderat und den Fraktionsstatus sicherte. Stefan Schmitt, Bernhard Marc und Dr. Paul Schmidt ziehen für die AfD in den Bürgersaal ein. Ebenfalls neu dabei ist Martin Braun als Einzelkandiat für "DIE PARTEI"

Bei der Zusammensetzung des neuen Gemeinderats fällt auf, dass der Anteil des weiblichen Geschlechts abnimmt. Hatten zuletzt noch 19 Frauen Sitz und Stimme,  werden es künftig nur noch 16 sein. Jeweils fünf Frauen von CDU, SPD und den Grünen haben sich durchgesetzt. Dazu kommt Sabine Zürn von den Linken, alle anderen Gruppierungen werden ausnahmslos durch Männer vertreten. -fis-

 
 

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