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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Juni 2014

Kultur: Museen Stifter von Identität

 

Kulturfrühstück über Aufgaben und Selbstverständnis historischer Museen

Aufgaben und Selbstverständnis der historischen Museen Karlsruhes standen im Fokus des jüngsten Kulturfrühstücks. Einleitend erklärte Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche die Herkunft von Stadt- und Pfinzgaumuseum als bürgerliche Erfindung des 19. Jahrhunderts, während das Badische Landesmuseum auf fürstlichen Sammlungen beruht.

Dr. Ernst Otto Bräunche, Chef des  Stadtarchivs, sah das 1885 gegründete Archiv als Ursprung des Stadtmuseums. Wie aktuell mit der Schau „Der Krieg  daheim" solle die Geschichte vor Ort vermittelt und so ein Beitrag zur  Identitätsstiftung geleistet werden.- auch unter Einbeziehung der Stadtteile wie Durlach.

Für Neubürger wie historisch Interessierte lieferten historische Museen Erstinformationen. Das Interesse von Kindern und Jugendlichen könne über Schulklassenführungen geweckt werden. Um die gesamte Bevölkerung zu erreichen, denke man stets über neue Wege nach, die sich durch immer neue Interpretationen ergäben.

Beispiele sind das im nächsten Jahr geplante digitale Stadtmuseum oder partizipative Ansätze wie im Pfinzgaumuseum, wo Menschen Lieblingsstücke für Ausstellungen zur Verfügung stellten. Über Workshops wurde die Bevölkerung an der Neukonzeption des Stadtmuseums beteiligt, wo künftig auch das Thema Migration einbezogen wird.

Neugierig zu machen auf die reale Schau via Internet, sah Günter Utzni vom Schulmuseum als guten Weg und regte an, Links der einzelnen Museen auf eine Internetseite mit allen Adressen zu führen. Dr. Albert Käuflein, Roncalli-Forum, berichtete, dass internetübertragene Führungen inzwischen mehr Nutzer hätten als reale. Unter ihnen seien internetaffine junge wie auch alte, gehbehinderte  Menschen.

Die Museumsarbeit bewege sich zwischen den Polen wissenschaftlicher Wahrheitserkenntnis und zielgruppenorientierten  Angeboten. Letztere würden aber wie die Ausstellungen über Sport  im Stadtmuseum oder Musik im Landesmuseum oft nicht so gut angenommen. Die „Mühsal der Geschichte", die Anstrengung erfordere, anzunehmen, dafür plädierte Oliver Sänger vom Badischen Landesmuseum.  -cal-

 
 

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