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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Juni 2014

Verabschiedung EB Margret Mergen: Neues für „alte Häsin“

AUF WIEDERSEHEN: Seit dieser Woche verantwortet Margret Mergen die Geschicke Baden-Badens. OB Dr. Frank Mentrup ließ sie mit Blumenstrauß, Majolikateller und Dankesworten ziehen. Foto: Fränkle

AUF WIEDERSEHEN: Seit dieser Woche verantwortet Margret Mergen die Geschicke Baden-Badens. OB Dr. Frank Mentrup ließ sie mit Blumenstrauß, Majolikateller und Dankesworten ziehen. Foto: Fränkle

 

Eine beeindruckende Karriere in Männer-Domänen

„Ich gönne es Dir von Herzen, nun in Baden-Baden alle Strippen in der Hand zu halten, Prioritäten zu setzen und abschließend zu verantworten.“ Mit einem weinenden und lachenden Augen lasse er Erste Bürgermeisterin Margret Mergen als OB in die Kurstadt ziehen, betonte OB Dr. Frank Mentrup - und freue sich auf die künftige Zusammenarbeit in gemeinsamer regionaler Verantwortung.

Mutig, durchsetzungsstark und eine hohe Bereitschaft zur Selbstkritik, um sich weiter zu entwickeln: Kein Zweifel, Mentrup beschrieb vergangenen Freitag beim städtischen Empfang zur Verabschiedung von Mergen einen Charakterkopf - im westfälischen Münster geboren und im Badischen heimisch geworden.

Und Margret Mergen? Sie genoss sichtlich überwältig den lang anhaltenden Beifall, mit dem Mentrup, Vertreter aus Stadtverwaltung und Gemeinderat sowie alte Weggefährten ihr Respekt zollten. Es sei mit ihr Verdienst, dass die Stadtverwaltung in eine gleichberechtigte und moderne Zeit gegangen ist, war sich Mentrup sicher. Ein Weg, den die studierte Geografin 1987 im Rahmen eines Traineeprogramms bei der Stadt begann. 1993 wurde sie erste Stadtkämmerin, um  nach einer „Zwischenrunde“ in Heilbronn -  als erste weibliche Erste Beigeordnete in Baden-Württemberg  - 2007 nach Karlsruhe als Wirtschafts- und Finanzdezernentin zurückzukommen. Im Juni 2009 folgte die Zusatzfunktion als Karlsruhes Erste Bürgermeisterin.

Die 52-jährige Mergen ließ bei ihrem Rückblick durchblicken, dass das Arbeiten in eher Männer vorbehaltenen Domänen nicht allein mit Kenntnissen und Glück zu meistern war. Es habe auch Mentoren bedurft, um in verantwortungsvolle Positionen zu kommen. So habe sie es Oberbürgermeister Gerhard Seiler zu verdanken, dass sie als fachfremde Geografin zur Stadt und auf die Führungsakademie des Landes kam.

Im Herbst 2006 wiederum klopfte Oberbürgermeister Heinz Fenrich bei ihr an, um sie zur Rückkehr von Heilbronn nach Karlsruhe zu motivieren. „Obwohl er mich kannte“, schmunzelte Mergen. Sie kam zurück und verantwortete in den letzten Jahren die Bereiche Finanzen, Wirtschaftsförderung, Liegenschaften, Stadtwerke sowie Hafen und ÖPNV. Die Ungeduld zu überlegen, „was muss ich heute schon ändern, damit es auch morgen noch funktioniert“, habe in ihrem Wirkungskreis durchaus auch Widerstände erzeugt, so Mentrup. Letztlich habe sich jedoch gezeigt, „dass ihr Anstoß richtig und berechtigt war.“

Bei ihrem letzten Auftritt m Rathaus schwärmte Mergen von ihren Projekten der Stadtentwicklung  - etwa  Kreativpark, Weiterentwicklung des Technologieparks und nicht zuletzt die Kombilösung - und der Imagebildung. Mergen: „Der Stadtgeburtstag wird Gelegenheit geben, das Image als junge, dynamische Stadt  zu stärken.“

Und nun Baden-Baden: „Als mittlerweile ,alte Häsin' ist es gut, etwas Neues anzufangen“, so Mergen, „und in einer vertrauten und dennoch neuen Stadt meine Erfahrungen einzubringen.“ -rie-

 
 

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