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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Juni 2014

Kultur: Feierlaune im kleinen Montmartre

FEIERT 125 JAHRE: Malerkolonie Grötzigen. Foto: Fränkle

FEIERT 125 JAHRE: Malerkolonie Grötzigen. Foto: Fränkle

 

Spektakel am 28. Juni

Wie kein anderes Viertel steht das Montmartre für die Pariser Bohéme um 1900 und bedeutende Künstler der Moderne. Und als „Le Petit Montmartre“ inszeniert sich Grötzingen jetzt zum 125-jährigen Bestehen seiner Malerkolonie. Im und um das Schloss Augustenburg wird am Samstag, 28. Juni, von 12 bis 22 Uhr mit Kunst, Kabarett und Musik bei freiem Eintritt gefeiert.

Es regiert das pralle Künstlerleben. Wie damals als Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann, Margarethe Hormuth-Kallmorgen, Otto und Jenny Fikentscher, Franz Hein und Karl Biese das hektische Stadtleben in Karlsruhe gegen die dörfliche Idylle eintauschten und ab 1889 als Grötzinger Malerkolonie für Aufsehen sorgten. Ihre Nachfolger würdigen sie im Jubiläumsjahr ausgiebig. 25 Grötzinger Künstlerinnen und Künstler machen die Flaniermeile am Festsamstag zu einem riesigen Atelier. Über drei Meter hohe Staffeleien mit Leinwänden bestimmen das Bild von Schlosshof und Kirchstraße. Es wird gearbeitet. Es entstehen Bilder, Skulpturen und Plastiken aus Glas, Gold, Holz, Stein und Keramik. Und jeder kann mitmachen. Anne Gündel etwa plant „das größte aller Grötzinger Bilder zu malen“ und wartet an ihrem Stand im Schlosshof auf kreative Besucherinnen und Besucher. Vor allem aber ist der Nachwuchs gefragt. Ab 14.30 Uhr gestaltet Sier mit Kindern und Jugendlichen ein zwei auf zwei Meter großes Graffiti als Geburtstaggeschenk für das Badische Malerdorf.  Horst Leyendecker lädt in sein Malerhaus ein und konzentriert sich an diesem Tag ausschließlich auf Blumen als Motiv, allerdings in verschiedenen Techniken. Und Sabine Classen demonstriert in ihrem Atelier (Kirchstraße 12), dass Farben nicht immer aus der Tube kommen müssen. Mädchen und Jungen stellen Farbpigmente aus Gesteinen und Ton her, binden sie mit Ei, Öl oder Kleister zu Tempera oder Ölfarbe. Bei Leyendecker und Classen sind zuvor Anmeldungen nötig - entweder vom 23. bis 27. Juni im Hort an der Schule oder am Veranstaltungstag vor Ort zwischen 14.30 und 15 Uhr.

Eine „dreidimensionale Farb-Performance“ erwartet die Festgäste beim abendlichen Spektakel ab 18 Uhr im illuminierten Schlosshof: Musik trifft auf Feuer, Tanz auf Farbe, Jonglage auf Wortbeiträge. Lazlo Wolpert und Nadine Stanilewicz-Hang bereiten den musikalischen Soundteppich für die Eröffnungs- Performance von Aktionskünstler Guntram Prochaska, der vor aller Augen einen Pinsel entstehen lässt und das Werkzeug dann Friedrich Kallmorgen alias Martin Wacker überlässt. Auf dem Programm stehen weiter Anekdoten aus 125 Jahren Malerkolonie, Klassik aus der Gründerzeit und später dann ein Konzert mit Hope Awosusi & Friends (Funk, Jazz, Soul). -maf-

 
 

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