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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. Juni 2014

Erster Weltkrieg daheim: Das Geschehen in Karlsruhe

BUCH ZU VIER AUSSTELLUNGEN: Dr. Volker Steck (links) und Dr. Ernst Otto Bräunche haben das 400-Seiten-Werk herausgegeben. Foto: Fränkle

BUCH ZU VIER AUSSTELLUNGEN: Dr. Volker Steck (links) und Dr. Ernst Otto Bräunche haben das 400-Seiten-Werk herausgegeben. Foto: Fränkle

 

Buch zu vier Ausstellungen/Schau im Ständehaus über Parlament im Krieg

Das Buch „Der Krieg daheim. Karlsruhe 1914 bis 1918“ ist die 33. Veröffentlichung in der Schriftenreihe des Stadtarchivs. Es begleitet die vier Ausstellung des Stadtarchivs und der Historischen Museen zum Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche hat es zu Beginn der Ausstellung „Parlament und Ständehaus im Ersten Weltkrieg“ in der Stadtbibliothek vorgestellt.

Der Luftangriff am 22. Juni 1916 mit 129 Toten, darunter 71 Kindern, galt nicht dem Hauptbahnhof, den die französischen Piloten wegen alten Kartenmaterials noch an der Kriegsstraße vermutet hätten. Die Angreifer hatten aktuelles Kartenmaterial und der Angriff zielte auf die Karlsruher Innenstadt. Er war ein Vergeltungsschlag für einen deutschen Luftangriff auf die lothringische Stadt Bar-le-Duc, die Nachschubort für die Materialschlacht in Verdun war. Dies hat der Historiker Dr. Michael Martin bei Recherchen in französischen Archiven herausgefunden.

Martins Beitrag über Luftangriffe auf Karlsruhe im Ersten Weltkrieg ist ein zentraler Teil des Buchs zur Begleitung der beiden gleichnamigen Ausstellungen im Stadtmuseum und im Pfinzgaumuseum, eine kleine Ausstellung im Stadtarchiv, das vor 100 Jahren Pfandleihe war und der vierten Ausstellung in der Erinnerungsstätte Ständehaus.

Das fast 400 Seiten starke Werk umfasst 15 Aufsätze zu verschiedenen Themen, die sich mit den Auswirkungen dieses ersten großen, modernen Kriegs auf die Stadt Karlsruhe beschäftigen. So berichtet etwa Dr. Ferdinand Leikam darüber, wie Kinder und Jugendliche ins Kriegsgeschehen daheim eingebunden waren. Dr. Alexandra Kaiser beschreibt das Gedenken an die Toten in Karlsruhe. Dr. Volker Steck, der zusammen mit Bräunche das Buch herausgegeben hat, führt im abschließenden Beitrag in die Ausstellung über das Parlament und das Ständehaus ein. So ist etwa über den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Ludwig Frank zu lesen, der eigentlich Pazifist war, sich aber freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte und bereits am 3. September 1914 fiel.

Das Buch kostet 29,80 Euro und ist im Buchhandel erhältlich. -erg-

 
 

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