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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. Juni 2014

Für IKEA-Ansiedlung: Änderung des Regionalplans notwendig

ZWISCHEN BAHNLINIE UND MANN MOBILIA soll das IKEA-Einrichtungshaus entstehen. Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein begrüßt die Entscheidung des Unternehmens für den Standort.  Foto Fränkle

ZWISCHEN BAHNLINIE UND MANN MOBILIA soll das IKEA-Einrichtungshaus entstehen. Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein begrüßt die Entscheidung des Unternehmens für den Standort. Foto Fränkle

 

Auswirkungen auf Verkehr und Einzelhandel im Blick

Damit IKEA am Weinweg ein Einrichtungshaus errichten kann, muss erst der geltende Regionalplan Mittlerer Oberrhein 2003 geändert werden. Das dazu notwendige Verfahren wurde am Mittwoch von der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein einstimmig auf den Weg gebracht.

"Der Standort entspricht nicht allen Anforderungen des Regionalplans, aber eine Anpassung ist möglich", machte der Verbandsvorsitzende Josef Offele in einem Pressegespräch deutlich, dass man seitens des Regionalverbands das Vorhaben als "Stärkung der Region an der richtigen Stelle" ermöglichen wolle.

Allerdings sei die 29.000 Quadratmeter große Grundstücksfläche für das Vorhaben derzeit im Regionalplan als "Ergänzungsstandort" ausgewiesen, an dem bei der vorgesehenen Gesamtverkaufsfläche von 25.500 Quadratmetern nur 800 Quadratmeter für den Verkauf von "zentrenrelevanten Waren", wie etwa Haushaltswaren, Blumen, Dekoartikel, Kunstgewerbe oder Heimtextilien, zulässig sind. IKEA möchte dagegen auf über 4.000 Quadratmetern solche Produkte anbieten. Im Hinblick auf die sonstigen Einzelhandelsfestlegungen im Regionalplan stelle sich das Projekt nach aktuellem Kenntnisstand aber durchweg positiv dar.

"Die Auswirkungen, die IKEA für den Einzelhandel in der Innenstadt bringt, kann nur Karlsruhe verkraften", begrüßt Verbandsdirektor Prof. Dr. Gerd Hager grundsätzlich die Entscheidung des Konzerns ins Oberzentrum zu gehen. Gegenüber einem Bau auf der grünen Wiese biete der Standort Karlsruhe erheblich Vorteile. Für die ausgewählte Grundstücksfläche spreche, dass sie nicht auf der grünen Wiese liege und eine flächensparende Bauweise auf vorgenutzten, voll versiegelten Flächen vorgesehen sei. Durch eine solche Umnutzung werde schließlich die Versiegelung neuer Flächen vermieden. Der Standort an der "künftigen Achse der Stadtentwicklung" weise mit einer guten Anbindung an Autobahn und ÖPNV besondere Qualitäten auf, so Hager weiter.

Geschätzt ein Jahr soll das Verfahren für die Änderung des Regionalplans in Anspruch nehmen. Dabei wird auch untersucht, wie die zu erwartenden Verkehrsmengen abgewickelt werden können, damit sich keine Beeinträchtigungen für regional bedeutsame Verkehrswege im Umfeld ergeben. Ebenfalls durchzuführen ist eine Umweltprüfung. Nicht zuletzt müsse das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg seine Zustimmung geben. Bei dem ganzen Verfahrensprocedere sehen Hager und Offele den für 2017 angestrebten Eröffnungstermin als "sportliche Herausforderung" an. -fis-

 
 

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