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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Juli 2014

Gemeinderat: Helmholtz wird Musikgymnasium

DAS HELMHOLZTORCHESTER trat  unter Leitung von Hans Stiefel bereits mehrfach im Bürgersaal des Rathauses auf.  Foto: Fränkle

DAS HELMHOLZTORCHESTER trat unter Leitung von Hans Stiefel bereits mehrfach im Bürgersaal des Rathauses auf. Foto: Fränkle

 

Karlsruhe und Stuttgart erhalten Zuschlag / künftige Entwicklung beobachten

Das Helmholtz wird Musikgymnasium. Das hat der Gemeinderat fraktionsübergreifend einstimmig beschlossen. Ziel ist, besonders Begabte bestmöglich musikalisch auszubilden und die normale Schulausbildung an ihre individuelle Förderung anzupassen.

Das Helmholtzgymnasium erhielt diesen Zuschlag ebenso wie das Stuttgarter Eberhard-Ludwig-Gymnasium. Geführt wird das Musikgymnasium in städtischer Trägerschaft.

"Nicht ganz selbstverständlich  war die Einrichtung ohne Internatsbetrieb", so Schulbürgermeister Martin Lenz. Kommen werden die Schülerinnen und Schüler daher vorrangig aus Stadt und Region. Entscheidend für die Wahl Karlsruhes, so Lenz, seien die Existenz der Musikhochschule und die Förderung Hochbegabter im Badischen Konservatorium (Kons) gewesen.

Integriert wird die neue Hochbegabtenförderung in den bereits seit Jahrzehnten bestehenden Musikzug, so dass es vorerst keine zusätzlichen Klassen gibt. Die Aufnahmeprüfung, die für das kommende Schuljahr am 18. und 19. Juli in der Musikhochschule stattfindet, können grundsätzlich besonders begabte Schüler aus allen Klassen machen. Wer  sie nicht besteht, kann trotzdem den Musikzug wählen und in den kommenden Semestern neu antreten.

Für den sogenannten Nachführunterricht erhält das Helmholtz ein ganzes zusätzliches Deputat, überraschte Lenz zum Schluss das Plenum. Dieser Zusatzunterricht ist notwendig, um Wissenslücken aufgrund der Teilnahme an Meisterkursen, Wettbewerben, Intensivproben und Konzertauftritten während der Schulzeit  zu stopfen.

Wichtig fand Thomas Hock (FDP) die Einbindung von Kons und Musikhochschule. Seine Fraktion hätte sich mehr gewünscht, aber das Projekt könne an der Nachfrage wachsen. Gut fand sein Kollege Karlheinz Jooß, dass alle Schüler des Musikgymnasiums Deutsch lernen müssen. "Uns gefällt die Durchlässigkeit, dass es keine Zweiteilung, aber die individuelle Förderung durch den Nachführunterricht  gibt und die Schüler im Klassenverband bleiben" argumentierte Dr. Christofer Leschinger (Grüne). Dem schloss sich auch die Sozialdemokratin Ute Müllerschön an. Sie wollte die weitere Entwicklung beobachten und plädierte für eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Kons und Hochschule. Lüppo Cramer regte zudem an, in den "nächsten Jahren das Einbringen von Musikinstrumenten zu fördern".

Alle seien bereit gewesen, für das Gemeinschaftsprojekt nachzugeben, dankte OB Dr. Mentrup Hans Stiefel (Helmholtz), Kons-Direktorin  Doris Giebeler und Hochschulrektor Hartmut Höll. Mit diesem "Starterpaket stehen wir am Anfang eines interessanten  Prozesses". -cal-

 
 

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