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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Juli 2014

Gemeinderat: Stadt sammelt jetzt Alttextilien

KOOPERATION: Stefan Kaufmann und Hans Peter Rapp (AfA) mit Jörg Biermann (DRK) beim ersten neuen DRK-Container. Foto: AfA

KOOPERATION: Stefan Kaufmann und Hans Peter Rapp (AfA) mit Jörg Biermann (DRK) beim ersten neuen DRK-Container. Foto: AfA

 

Container im gesamten Stadtgebiet / Kooperation mit dem DRK / Zuschlag für Verwerter

Seit dem 1. Juli sammelt die Stadt nach einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats vom Oktober vergangenen Jahres ausrangierte Kleider und Schuhe in eigener Regie. Insgesamt 225 neue Alttextilcontainer in ebenfalls neuem Design, die seit einigen Tagen im gesamten Stadtgebiet aufgestellt werden, „bieten den Bürgerinnen und Bürgern eine wohnungsnahe Alttextilentsorgung an“, betonte Bürgermeister Dr. Martin Lenz am Dienstag auf der jüngsten Plenarsitzung des Gemeinderats.

Unter diesen Containern sind auch 32, die dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) gehören. Das DRK hat sich im Rahmen der Veränderung beim Sammeln und Verwerten von Alttextilien als gemeinnützige Organisation der Neustrukturierung der Stadt angeschlossen und lässt seine 32 Container im Stadtgebiet vom Amt für Abfallwirtschaft (AfA) leeren. Wunsch des DRK war, möglichst in jedem Stadtteil einen DRK-Alttextilcontainer anzubieten. Dadurch  kann an einigen Stellen im Stadtgebiet ein Wechsel zwischen DRK- und städtischem Container erfolgen. Die Standplätze selbst verändern sich nicht. Mit den neuen Alttextilcontainern fördere die Stadt, so Lenz,  auch das einheitliche Erscheinungsbild für die Sammlung von Alttextilien „und stellt mit dem Amt für Abfallwirtschaft einen direkten Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung“. Die Pflege der Container und der Standplätze übernimmt ebenfalls das AfA. Ihre Kooperation unterstrichen AfA-Chef Stefan Kaufmann und DRK-Kreisgeschäftsführer Jörg Biermann dadurch, indem sie vor kurzem in Durlach-Aue gemeinsam den ersten neuen Alttextilcontainer des DRK in Empfang nahmen.

Die in den 225 Containern gesammelten Alttextilien übergibt das AfA an die Hotex GmbH. Der Gemeinderat ermächtigte am Dienstag mit übergroßer Mehrheit  die Verwaltung, der Firma aus dem rheinland-pfälzischen Liebenscheid, die nach einer europaweiten Ausschreibung das wirtschaftlich beste Angebot abgegeben hatte, den Zuschlag als Verwerter zu erteilen. Gegenstimmen kamen von der FDP. Aus dem Verkauf des Sammelguts erwartet die Stadt einen Reinerlös von 245.000 Euro pro Jahr. Ein prozentualer Anteil geht an das DRK.

Der Reinerlös der Sammlung werde verrechnet und „senkt die Abfallgebühren“, begrüßte Stadtrat Johannes Honné für die GRÜNE-Fraktion in der kurzen Debatte im Plenum das Vorgehen. Zustimmung signalisierten auch SPD-Stadtrat Jürgen Marin („gute Lösung“) und Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz. Die Vorsitzende der CDU-Fraktion betonte, dass sich die Christdemokraten im Oktober beim Entscheid für die städtische Sammlung „einen anderen politischen Weg“ gewünscht hätten, jetzt aber aus ihrer Grundhaltung heraus „den nach geschalteten Vollzug unterstützen“. Widerspruch gegen das gesamte Konzept kam zum wiederholten Mal von den Liberalen. Die Abfallwirtschaft vergrößere „ihr Imperium“ und stärke ihre „Monopolstellung zu Lasten des Mittelstands“, kritisierte FDP-Stadtrat Tom Høyem. -trö-

 
 

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