Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Juli 2014

Gemeinderat: Zoo-Masterplan ohne Denkverbote

STREICHELZOO-GEHEGE: Nach dem verheerenden Brand in den alten Stallungen hatte diese Maßnahme des Zookonzepts Priorität. Foto: Fränkle

STREICHELZOO-GEHEGE: Nach dem verheerenden Brand in den alten Stallungen hatte diese Maßnahme des Zookonzepts Priorität. Foto: Fränkle

 

Bis zum Stadtgeburtstag 2015 sollte der Zoologische Stadtgarten fit für die Zukunft sein. So zumindest sieht es das 2007 beschlossene Zookonzept vor. Fertig sei bislang lediglich der Streichelzoo, die Umwandlung des Tullabads zum Exotenhaus zumindest im Gange. Andere Bausteine ließen noch auf sich warten, plädierte die SPD-Gemeinderatsfraktion in einem Antrag auf zügige Weiterentwicklung.

„Die Zeit läuft uns davon“, so Stadträtin Gisela Fischer und schlug vor, sich noch vor der Sommerpause mit neuem Gemeinderat und Verwaltung zu einem Workshop zu treffen. Bürgermeister Michael Obert versprach einen Zeitplan „wie wir mit Ihnen gemeinsam weiter vorgehen“. Das Konzept bedürfe dringend einer Anpassung, das sah auch die Verwaltung so. Baumaßnahmen am Elefantenhaus, neue Erkenntnisse in der Tierhaltung und grundlegende Entscheidungen über den Gesamtcharakter der Anlage machten Aktualisierungen notwendig. Es fehle an einem Leitbild, meinte Obert. Auch „die organisatorischen Voraussetzungen innerhalb des Zoos“ müssten betrachtet werden. Ebenso wie OB Dr. Frank Mentrup dämpfte Obert allerdings allzu hohe Erwartungen auf schnelle Entscheidungen, dieser Prozess brauche einen längeren Vorlauf. „Vielleicht sollten wir uns von dem Gedanken verabschieden, schönster Zoo Süddeutschlands werden zu wollen“, man müsse nicht immer den Komparativ bemühen, „wenn man etwas Gutes machen will“.

Auch CDU-Stadträtin Bettina-Meyer-Augenstein sah die dringende Erfordernis, „uns zusammenzusetzen“ und begrüßte die Initiative der Sozialdemokraten. Würde das im Mai von der Bundesregierung überarbeitete „Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren“ umgesetzt, hätte dies „horrende Kosten“ und zum Teil eine Verdoppelung der Halteflächen bei den Primaten zur Folge, riet GRÜNE-Stadtrat Michael Borner zu gründlicher Prüfung aller neuen Aspekte. Seine Fraktion hatte zuvor bei der Verwaltung gefragt, wie sich die in der Expertise empfohlenen  Mindestanforderungen auswirkten. Für ihn braucht es einen „Zoo-Masterplan ohne Denkverbote“. Nicht jeder Tiergarten müsse Elefanten und Giraffen halten. Die Planungen seien von der Realität überholt worden. Manches scheine nun nicht mehr sinnvoll, forderte KAL-Stadträtin Margot Döring nichts zu verschlafen und jetzt aktiv zu werden. Der Zoo sei Anziehungspunkt für auswärtige und einheimische Besucherinnen und Besucher. FDP-Stadtrat Karlheinz Jooß stellte sich deshalb „ohne Verzögerungen und Abstriche“ hinter das Zookonzept. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe