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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Juli 2014

Abwasserentsorgung: Störungsfreies Arbeiten

EINSTIEG: Eine der sieben Ziel- und Pressgruben für den Mini-Bohrer. TBA-Chef Gerhard Schönbeck (Mitte) erläutert das Verfahren. Foto: Fränkle

EINSTIEG: Eine der sieben Ziel- und Pressgruben für den Mini-Bohrer. TBA-Chef Gerhard Schönbeck (Mitte) erläutert das Verfahren. Foto: Fränkle

 

Mini-Bohrer baut neuen Rüppurrer Sammler / Alb und Südtangente werden unterquert

Eine Nummer kleiner funktioniert auch ganz hervorragend: Was die große Tunnelbohrmaschine in er Kaiserstraße noch beweisen muss, macht ihr kleiner Bruder derzeit beim Neubau des Rüppurrer Sammlers vor: Präzises unterirdisches Arbeiten bei minimale Auswirkungen auf das oberirdische Geschehen.

Bereits vier der sechs Abschnitte hat die Vortriebmaschine hinter sich gelassen, auf dem Weg südöstlich der Weiherfeldbrücke bis zur Eisenbahnbrücke in der Schwarzwaldstraße Südtangente und Bahngleise unterquert und arbeitet sich aktuell unter der Alb Richtung Schwarzwaldstraße vor.

Im sogenannten Microtunnelingverfahren wird so auf der rund 600 Meter langen Strecke der neue große Abwassersammler fast komplett unterirdisch erstellt. Dabei werden drei Meter lange Stahlbetonrohre in die Erde vorgepresst. Das Erdreich wird mittels des Bohrkopfes der Vortriebsmaschine abgebaut. Eine weiträumige und kostenintensive Grundwasserabsenkung ist nicht notwendig, nannte Martin Kissel, Bereichsleiter Entwässerung im Tiefbauamt bei der Vorstellung der Technik letzten Freitag einen Vorteil. Und:  „Man mag sich den Aufschrei gar nicht vorstellen, würden wir in unserer Baustellenstadt im Bereich Südtangente oder den Gleisen in offenen Baufeldern arbeiten“, fügte Bürgermeister Michael Obert an.

Auch diese Baumaßnahme musste natürlich gut vorbereitet sein. „Über zwei Jahre habe wir uns Gedanken gemacht, viele Randbedingungen mussten in den Ablauf eingearbeitet werden“, erläuterte Bernhard Axmann vom Tiefbauamt. Über 1100 Kilometer lang ist das Kanalnetz, 80 Kilometer davon entfallen auf die Hauptsammler, die das Rückgrat für eine schnelle Ableitung des Abwassers - insbesondere für das Regenwasser - sind. 

Das Tiefbauamt baut seit Jahren das vorhandene Kanalnetz schrittweise in ein geschlossenes Verbundsystem aus. Dieser Netzverbund erhöht deutlich die Betriebssicherheit des gesamten Entwässerungssystems und ermöglicht damit die notwendige Wartung und Sanierung schadhafter Sammlerabschnitte. Der 1911 gebaute Rüppurrer Sammler  muss nicht nur saniert werden. Er ist auch die einzige Entsorgungsschiene für Rüppurr und Dammerstock sowie Teile von Ettlingen, weshalb der Neubau eines Entlastungssammlers dringend geboten war. Die Technik erfordert viel Erfahrung - bei der Stadt wie bei der beauftragten Firma Sonntag. Ob alles im grünen Bereich ist, es kein Erdabbruch oder Bodensenkungen gibt, zeigt etwa die Kontrolle der Volumenbilanz, denn die Menge des abgebauten Erdreichs muss exakt der zurückgelegten Vortriebsstrecke entsprechen. -rie-

 
 

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