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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Juli 2014

Ausschuss für Umwelt und Gesundheit: Konsensus-Konferenz empfiehlt Bioabfallentsorgung extern vergeben

WEITERHIN ALLE ZWEI WOCHEN: Umfrage ergab Beibehaltung des Wertstoff-Abholrhythmusses. Foto: Fränkle

WEITERHIN ALLE ZWEI WOCHEN: Umfrage ergab Beibehaltung des Wertstoff-Abholrhythmusses. Foto: Fränkle

 

Teilnehmer gegen städtische Vergärungsanlage/Wertstoff-Abholung weiterhin zweiwöchig

Ginge es nach der Empfehlung der Konsensus-Konferenz, würde die Verwertung des Karlsruher Bioabfalls künftig langfristig extern vergeben. Dafür hat sich die deutliche Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz nach drei Sitzungen ausgesprochen.

Das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) hat darüber dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit berichtet, der unter Leitung von Bürgermeister Dr. Martin Lenz in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Klaus Stapf nichtöffentlich getagt hat. Der Ausschuss hat den Bericht zur Kenntnis genommen.

Ziel der Konferenz war es, eine gemeinsame Empfehlung für den Gemeinderat zur künftigen Bioabfallverwertung zu erarbeiten, die jedoch keinen bindenden Charakter hat. An drei Terminen berieten die Beteiligten - die nach demographischen Kriterien zufällig und über Losentscheid ausgewählt wurden - während rund 16 Stunden ergebnisoffen fachliche, ökologische und wirtschaftliche Fragen und Lösungen. Neben dem Neubau einer Trockenvergärungsanlage am Standort Eisenhafengrund durch die Stadt selbst und der Ertüchtigung der bestehenden Anlage standen die vorübergehende, kurzfristige Vergabe der Verwertung und die langfristige Vergabe der Bioabfallverwertung zur Diskussion.

Die Ertüchtigung der vorhandenen Anlage lehnten die Beteiligten fast durchgehend ab. Auch der Neubau einer Trockenvergärungsanlage als Eigenanlage der Stadt wurde von den Teilnehmenden kritisch betrachtet. Im Rahmen der Konferenz besichtigten die Beteiligten auch die bestehende Nassvergärungsanlage im Eisenhafengrund, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die Bürgerinitiative Eisenhafengrund und die Bürgerinitiative Müll und Umwelt Karlsruhe legten dabei ihre Positionen dar. Beide Bürgerinitiativen waren von Anfang an in die Beratungen einbezogen.

Die Konferenz wurde nicht-öffentlich durchgeführt, damit die Bürger die Möglichkeit haben, sich optimal einbringen zu können. Die Veranstaltung wurde extern moderiert; ein abfallwirtschaftlicher Experte und das AfA standen den Beteiligten während der gesamten Konsensus-Konferenz beratend zur Seite. Den endgültigen Beschluss zur künftigen Verwertung von Bioabfällen trifft der Gemeinderat.

Weiteres Ausschussthema war die Papierentsorgung. Neben den bestehenden Möglichkeiten über Vereinssammlungen und Wertstoffstationen soll ab 2015 zusätzlich eine städtische Papiertonne eingeführt werden. Die Erfassung von Altpapier über die Wertstofftonne - bisheriger Anteil rund 50 Prozent - wird es dann nicht mehr geben. Das AfA hat über 40.000 Grundstückseigentümer und Hausverwaltungen angeschrieben, um den Bedarf an Papiertonnen und den gewünschten Abholrhythmus für die Wertstofftonne - ohne Papier - zu ermitteln. Mehr als 23.000 Empfänger haben geantwortet, ein Rücklaufquote von nahezu 58 Prozent. Zur Kenntnis genommen hat der Ausschuss die Auswertung.

Nahezu 80 Prozent der Antwortenden wollen den zweiwöchigen Abholrhythmus der Wertstofftonne beibehalten. Das AfA wird dies dem Gemeinderat vorschlagen. Jeder zweite Grundstückseigentümer möchte eine Befreiung von der Papiertonne beantragen, weil er sein Altpapier den sammelnden Vereinen zur Verfügung stellen oder über die Wertstoffstationen entsorgen möchte. Dieses Ergebnis hat das AfA erwartet und entspricht den Bestrebungen der Stadt, gemeinnützige Sammlungen als festen Bestandteil der Papiersammlung weiterhin zu verankern. Mit über 20 Institutionen, die für ihre Jugendarbeit Papier sammeln, hat das Amt inzwischen entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet. -erg-

 
 

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