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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Juli 2014

Integration: Vereine erfüllen soziale Aufgaben

STOCK TRIFFT HOLZFIGUREN: Die aus Russland stammende Sportart Gorodki hat auch in Karlsruhe regen Zulauf. Die Sportlerinnen und Sportler sind als Abteilung in den FV Grünwinkel integriert. Foto: Fränkle

STOCK TRIFFT HOLZFIGUREN: Die aus Russland stammende Sportart Gorodki hat auch in Karlsruhe regen Zulauf. Die Sportlerinnen und Sportler sind als Abteilung in den FV Grünwinkel integriert. Foto: Fränkle

 

Angebote für Migranten / Kinder und Jugendliche einbinden / Projekt Sport auf der Straße

„Das Band zwischen Sport und Sozialem ist eng geknüpft“, betonte Bürgermeister Martin Lenz beim 10. Karlsruher Sportgespräch. Als Beleg dafür nannte er den Teilnehmern der Veranstaltung in der BBBank Meilensteine auf dem „Karlsruher Weg der Integration“.

Karlsruhe habe sich bereits seit zwei Jahrzehnten um eine Vernetzung der beiden Felder bemüht, unterstrich Lenz die besondere Rolle der sportbezogene Jugendarbeit als „Antwort auf soziale Herausforderungen“. Einen wichtigen Part spiele dabei das Projekt „Sport auf der Straße“, das Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen mit Angeboten wie Streetbasket zum gemeinsamen Spiel bewege, wie auch deren Identifikation mit ihrem Stadtteil stärke.

Vor allem aber Sportvereine vermittelten Teamgeist, sorgten für Vorbilder und erfüllten zahlreiche weitere soziale Aufgaben, um auch problembehaftete Jugendliche in die Stadtgesellschaft einzubinden. Lenz warnte gleichzeitig davor, den Vereinen zu viel zuzumuten, Sport sei „kein sozialer Reparaturbetrieb“. Sozialpädagogische Funktion erfülle er dennoch. Und die werde immer wichtiger, hatte der Sport- und Sozialdezernent dabei „die moderne digitale Welt“ im Blick.

Die bringe der jungen Generation nicht nur Chancen, sondern auch Belastungen wie Bewegungsarmut, Übergewicht, Orientierungslosigkeit oder Schulstress. Gerade in Gesundheitsprävention, Persönlichkeitsfindung, Erziehung zur Demokratie oder Gewaltprävention gäben die von Vereinen, Schulen und Stadt getragenen Angebote des „Karlsruher Wegs“ hervorragende Antworten auf vielfältige Herausforderungen.

Karlsruhe sei eine der wenigen deutschen Städte, in denen das Schul- und Sportamt auch soziale Projekte organisiere, führte Sportamtsleiterin Silke Hinken den Teilnehmern als Beispiel dafür „Integration mit Sport“ vor Augen. Dieses mit Vereinen gemeinsam getragene Projekt habe das Ziel, so Hinken, „Menschen mit Migrationshintergrund in die Vereine zu bringen“. Dort seien sie noch „deutlich unterrepräsentiert“. Um dem entgegenzuwirken, liefen im Rahmen des Projekts jährlich 900 Veranstaltungen mit 13.000 Teilnehmern. Als nachhaltiges Musterbeispiel der Integration nannte Hinken die „größte Gorodki-Anlage Deutschlands“, auf der beim FV Grünwinkel „Jugendliche aus russischen Familien ein Stück der alten Heimat erleben“.

Die Projektstelle „Kein Missbrauch“, die Vereine bei der Prävention sexueller Übergriffe unterstützt, stellte der Vorsitzende der Sportkreisjugend  Daniel Melchien vor. -trö-

 
 

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