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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Juli 2014

Umwelt: Zoo will klimaneutral werden

HINAUF AUF DAS DACH: Die KEK-Partner Monika Wilkens und Dirk Vogeley zeigen mit Dr. Clemens Becker (Mitte) beim Vor-Ort-Termin im Zoo ein Photovoltaik-Element für das Betriebshofgebäude. Foto: Fränkle

HINAUF AUF DAS DACH: Die KEK-Partner Monika Wilkens und Dirk Vogeley zeigen mit Dr. Clemens Becker (Mitte) beim Vor-Ort-Termin im Zoo ein Photovoltaik-Element für das Betriebshofgebäude. Foto: Fränkle

 

KEK-Energiekonzept / moderne Pumpen- und Beleuchtungstechnik sowie erneuerbare Energien

Der Zoo möchte „grüner“ werden. Gemeint sind nicht bepflanzte Gehege in ohnehin üppiger Parklandschaft. „Wir wollen klimaneutraler Zoo werden“, erläuterte der kommissarische Zooleiter Dr. Clemens Becker am Dienstag, 15. Juli.

Kooperationspartner ist die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur KEK. 350.000 Euro stehen dafür aus dem städtischen Klimaschutzfond zur Verfügung. Investiert wird  in den nächsten Monaten in die Energieeffizienz: in moderne Pumpen- und Beleuchtungstechnik und Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energie.

Allein mit dem ersten Maßnahmenpaket können Energiekosten und Kohlendioxid-Emissionen um rund 20 Prozent gesenkt werden. Aktuell wird auf dem Dach des Betriebshofs eine Photovoltaikanlage installiert, eine weitere wird auf dem Giraffenhaus folgen. Voraus ging 2013 eine gründliche Analyse von KEK zusammen mit dem Zoo.

„Tiere wie Elefanten, Katta oder Salzkatzen brauchen Wärme, um sich wohl zu fühlen, sie leben in alten Häusern, in die viel Energie gesteckt werden muss“, verdeutlicht Becker. Für Eisbären oder Pinguine werden „große Mengen an Wasser bewegt, diese Wassertechnik benötigt viel Strom, dann die Futterküche und nicht zuletzt die Sozialräume der Beschäftigten…

Klimavorbild Zoo

Die Stadt will bis 2050 Klimaneutralität erreichen. „Dabei kann der Zoo, der Karlsruhern ans Herz gewachsen ist, Vorbildfunktion übernehmen“, betont KEK-Geschäfts­führer Dirk Vogeley. Zum Projekt gehört das Energiekonzept. Bis zum 150-jährigen Jubiläum 2015 wird das Thema zudem mit Lernstationen pädagogisch aufbereitet, außerdem soll ein Kooperationsprojekt mit Ecuador zu Umwelt und Biodiversität aufgebaut werden.

Derzeit entspricht der Strom- und Wärmebedarf des Zoos dem Verbrauch von rund 120 Einfamilienhäusern, so Vogeley - bei Energiekosten von rund 250.00 Euro im Jahr. Energieeffizienz ist für den Zoo kein Neuland, die fachkundige Draufsicht von KEK-Projektleiterin Monika Wilkens zeigte dennoch einige Potentiale auf. Die rasche Umrüstung älterer Pumpen auf Hocheffizienztechnik, die Umstellung auf LED oder die Nachrüstung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehören neben Photovoltaik und Solarthermie zu den empfohlenen Bausteinen.

Schnelle Amortisation

Vor allem Beleuchtung und Heizungspumpen amortisieren sich schnell. Auch die Photovoltaikanlagen, deren Strom nahezu komplett dem Eigenverbrauch dient, rechnen sich dank gesunkener Anschaffungskosten in 10 bis maximal 15 Jahren. -rie-

 
 

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