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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Juli 2014

Gemeinderat: „Klartext“ schreiben

 

Barrierefreiheit: „Leichte Sprache“ und Datenbank

Barrierefreiheit betrifft Sprache ebenso wie den ungehinderten Zugang zu Gebäuden. Beide Themen beackerte der Beirat für Menschen mit Behinderungen - mit Erfolg.

Sprache kann verbinden, aber auch trennen. „Klartext“ spricht das Büro für leichte Sprache in Offenburg und hilft ab 2015 zunächst drei Ämtern der Karlsruher Stadtverwaltung bei der „Übersetzung“ ihrer Anträge und ihres Informationsmaterials in verständliches Deutsch. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen geschult werden.

Das Vorgehen befürworten nicht nur der Beirat für Menschen mit Behinderungen, sondern auch - einstimmig - der Gemeinderat. Die Grünen hatten im Juli letzten Jahres „Leichte Sprache“ als weitere Maßnahme von Barrierefreiheit für Menschen mit kognitiven Einschränkungen beantragt. CDU-Stadträtin Christa Köhler hielt das Ganze für längst überfällig und Ute Müllerschön (SPD) lobte es als „wichtigen und richtigen Schritt“. Rechtssicherheit müsse gewährleistet bleiben, deshalb befürwortete FDP-Sprecher Heinz Golombeck, den Originaltext anzuhängen. Die Erleichterungen seien gut, dürften allerdings den Kontakt zwischen Ratsuchenden und Sachbearbeitern nicht ersetzen, meinte KAL-Stadträtin Margot Döring. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup dankte dem Behindertenbeirat. Dessen Anregungen und Vorarbeit hätten dazu geführt, dass die Sensibilität für dieses Thema gestiegen sei.

Mehr Teilhabe gehandicapter Menschen ermöglicht auch der Neustart einer Datenbank mit barrierefreien Gebäuden. Es gab bereits eine, aber die war technisch veraltet, zu kompliziert in der Bedienung und nicht aktuell. Außerdem richtete sie sich lediglich an gehbehinderte Menschen, andere Arten von Behinderungen blieben außen vor. Die neue Version, an der ab 2015 mit einstimmiger Billigung des Gemeinderats gearbeitet wird und für die aktuelle Daten erhoben werden, enthält Informationen zu 250 Zielen in Karlsruhe sowie Arztpraxen und Apotheken in der Innenstadt. Unterteilt in Kategorien wie barrierefrei, bedingt barrierefrei und nicht barrierefrei. Dabei kann ein Gebäude mehrere Ziele aufweisen - Eingang, Infoschalter oder Toilette. Für den Aufbau der Datenbank kalkuliert die Verwaltung knapp 50.000 Euro. -maf-

 
 

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