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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Juli 2014

Kultur: Ohne Fest kein Sommer

SPIEL MIT KLISCHEES:  Mit Biss und mit Charme präsentiert sich John von Düffels  Villar-Adaption „Der dressierte Mann“. Foto: pr

SPIEL MIT KLISCHEES: Mit Biss und mit Charme präsentiert sich John von Düffels Villar-Adaption „Der dressierte Mann“. Foto: pr

MIGHTY OAKS: Die Wahlberliner zelebrieren am Sonntag um 21.30 Uhr auf der Feldbühne ihre Liebe zu handgemachten Popsongs. Foto: pr

MIGHTY OAKS: Die Wahlberliner zelebrieren am Sonntag um 21.30 Uhr auf der Feldbühne ihre Liebe zu handgemachten Popsongs. Foto: pr

 

30 Jahre Fest / Vom Rock-Happening zum Mega-Event

Ohne Fest kein Sommer, ohne Sommer kein Fest. Das gilt mittlerweile seit 30 Jahren. Als die Festgeschichte begann, rechneten die Deutschen noch in Mark, mit Live Aid fand das bis dahin größte Benefizkonzert parallel in London und Philadelphia statt und Boris Becker siegte als jüngster Tennisspieler aller Zeiten in Wimbledon.

Und in Karlsruhe koordinierte Dieter Moser vom Stadtjugendausschuss anlässlich des  „Jahrs der Jugend“ mit den Rock-Shop-Gründern Rudi Metzler und Gerd Gruss, Horst Geppert, dem Tollhaus und dem Kulturamt die Fest-Premiere. Mit aus heutiger Sicht überschaubaren 3.000 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Der Mix aus Musik, Kleinkunst und Mitmachaktionen kam an und taugte fortan als Erfolgsrezeptur. Immer mehr Gäste ließen sich vom Fest-Virus anstecken und hatten ihren Anteil an der rasanten Entwicklung. 2009 stieg der Stadtjugendausschuss als Veranstalter aus, die Fest-GmbH (heute Event-GmbH) um Geschäftsführer Martin Wacker ein. Mit über 250.000 Besuchern an drei Tagen gehört das Fest mittlerweile zu den größten Open-Air-Veranstaltungen Deutschlands. Tickets waren bei Redaktionsschluss der StadtZeitung nur noch wenige da. Restbestände und eigens für die Konzerte am Sonntag zurück behaltene 1.000 Karten gebe es an der Tageskasse bei der Europahalle jeweils eine Stunde vor Festivalbeginn, informierte Fest-Projektleiter Sven Varsek am Mittwoch die Medien.

Aber Vorbeischauen lohnt immer. Auch abseits des Hügels. Dort, wo alles „für umme“ ist. Der Sportbereich etwa lässt kaum Wünsche offen. Er feiert 10 Jahre Fest Cup und hat jetzt „Bike Trial“ im Angebot, bei dem spektakuläre Sprünge und Drehungen mit dem Rad zu sehen sind. „Spielwelten statt Kinderbespaßung“ (Martin Wacker) zaubert die Mobile Spielaktion des Stadtjugendausschusses. Ein Fest-Urgestein. Ralf Birkner und sein Team inszenieren einen phantasievollen Erlebnispark mit Wasserlabyrinth und anderen Attraktionen, in dem es sich spielen, experimentieren, bauen, konstruieren und staunen lässt.

Eine echte Alternative zu massenkompatiblen Top-Acts bieten Kultur-, Feld- und DJ-Bühne. Speziell auf der Kulturbühne „haben wir dieses Jahr eine große Schippe draufgelegt“, verhehlte Wacker nicht, dass ihm dieses Projekt besonders am Herzen liegt. Auf der Kulturbühne lernen Fest-Gäste nicht nur Kleinkünstler aus der Region kennen, sondern mit dem Börlin-Varieté (Freitag, 20.30 Uhr) Perlen aus dem kreativen Sumpf der Hauptstadt oder die baden-württembergischen Kleinkunstpreisträger Michael Krebs & die Pommesgabeln des Teufels (Samstag, 18 Uhr) und Suchtpotenzial (Sonntag 14.30 Uhr).

An der Alb hat sich Schreiner Daniel Jäck vom „Podium Kunst und Kultur“ eingerichtet. Er zimmert für die Jubiläumsausgabe ein turmähnliches Holzobjekt mit Aktionsplattform für Performances. Beim sonntäglichen Klassikfrühstück sind erstmals zwei Orchester zu hören. „Broadway meets Hollywood“ heißt es ab 9.30 Uhr mit der Bläserphilharmonie Karlsruhe. Später dann um 11.30 Uhr gehört die Bühne dem „Fest“-Orchester mit Johann Beichel am Dirigentenstab. Sicherheit ist bei Großevents ein wichtiger Aspekt. Die Fest-Organisatoren stehen deshalb in engem Kontakt mit europäischen Kollegen und Wissenschaftlern, die sie zum Verbandstreffen eingeladen haben. -maf-

 
 

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