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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Juli 2014

Zoo: Umflattert und umtapst

FREUEN SICH TIERISCH auf das neue Exotenhaus: Bürgermeister Obert, Zoo-Chef Dr. Becker und Ilse Wadle von den Zoofreunden. Foto: Fränkle

FREUEN SICH TIERISCH auf das neue Exotenhaus: Bürgermeister Obert, Zoo-Chef Dr. Becker und Ilse Wadle von den Zoofreunden. Foto: Fränkle

 

Exotenhaus mit Freiflächen und Volieren / Bau liegt im Zeitplan / Eröffnung im Spätfrühjahr 2015

Grün, groß und geheimnisvoll wird das neue Exotenhaus, das im Zoologischen Stadtgarten entsteht. Bürgermeister Michael Obert und Dr. Clemens Becker, kommissarischer Zoo-Chef, stellten am Dienstag, 22. Juli, den Baufortschritt bei einem Rundgang vor.

Noch ist das ehemalige Tullabad an der Ettlinger Straße erfüllt vom Lärm der Maschinen, vom Geruch nach Beton und Metall. Doch die Rohbauarbeiten sind bereits abgeschlossen und ab Oktober bringen Lastwagen aus Holland die ersten großen Bäume. Bis zu acht Meter hoch werden sie sein und den Blick immer wieder nach oben lenken. "Ab Anfang 2015", kündigte Dr. Becker bei der Baustellenbegehung an, "kommen dann die Tiere." Die sich natürlich erst eingewöhnen müssen Deshalb rechnet er mit der Eröffnung im Spätfrühjahr.

Betreten wird man das Exotenhaus mit seiner offenen Teichlandschaft, seinen Volieren, Aquarien und Terrarien von Westen. Auf drei Ebenen erwartet Besucherinnen und Besucher ein 430 meter langer Rundweg vorbei an Schildkröten, Stumpf-Kro­kodilen, Waranen, Fischen, Fledermäusen und Faultieren. Für die es auch genügend Grün gibt, um sich mal zu verstecken. "Manche Tiere haben wir schon in Karlsruhe, andere sind bereits reserviert. Darunter Tiere, die noch gar nicht geboren sind", erläuterte Bürgermeister Obert. Außerdem werden gerade für das Exotenhaus sechs Stellen für Tierpfleger ausgeschrieben, die - so Dr. Becker - auch schon bei der Bepflanzung dabei sein sollen.

Denn im Exotenhaus entsteht ein Urwald-Biotop mit einer Kombination aus Volieren und Freiflächen. So kann es sein, dass einem ein Saki-Affe, ein Leguan oder ein Blaustirn-Blatthühn­chen über den Weg läuft und mit beginnender Dämmerung Fledermäuse umflattern. Dazu zählen auch die Brillenplattnasen, für die im Keller eine Fledermaushöhle entsteht. Mit speziellem Schallschutz, damit die Geräusche aus dem darüber liegenden Café sie nicht stören.

In Volieren untergebracht werden hingegen Lisztaffen und Tamarine. Auch ihr Zuhause wird sehr großzügig ausfallen und mit natürlichen Pflanzen bestückt. Und auf den ehemaligen Schwimm­bad-Tribünen können sich die Faultiere räkeln. Aber auch Besucherinnen und Besucher dürfen den Blick von oben schweifen lassen - auf einer Zwischenebene in der großen Halle, wo Bänke und Infotafeln aufgestellt werden. Ausruhen und stärken können sich die Gäste aus dem Menschenreich auf der großen Außenterrasse oder im Café, das auch nach 18 Uhr noch von der Ettlinger Straße zugänglich ist und einen Blick auf Tiere und Pflanzen bietet. Einen Aufpreis für das Exotenhaus müssen Zoobesucher übrigens nicht bezahlen.

 Zufrieden ist Bürgermeister Obert, dass der Bau "vollkommen im Zeitplan liegt." Nur die Baukosten seien mit zehn Prozent leicht überschritten. Und Dr. Becker freut sich schon sehr "auf die Tiergemeinschaft aus der ganzen Welt."  -res-

 
 

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