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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Juli 2014

Zoologischer Stadtgarten: Ostasiatisches Kleinod

JAPANISCHES RITUAL:  die Teezeremonie: (vorne, v.l.) Teruko Matsushima-Fritz, OB Mentrup und Konsul Shinsuke Toda. Foto: Knopf

JAPANISCHES RITUAL: die Teezeremonie: (vorne, v.l.) Teruko Matsushima-Fritz, OB Mentrup und Konsul Shinsuke Toda. Foto: Knopf

 

Der Japan-Garten feierte jetzt seinen 100. Geburtstag

Er ist einer der ältesten Japan-Gärten in Deutschland und ein lebendiges Zeichen für die Freundschaft der Fächerstadt mit dem ostasiatischen Inselstaat – am vergangenen Wochenende feierte der Japan-Garten im Zoologischen Stadtgarten 100. Geburtstag.

Bei einer Feierstunde sprach OB Frank Mentrup von einem „stillen, besinnlichen Stück Stadtgarten mit seiner Pagode, seinem Steinlöwen, dem Teehaus, dem Shinto-Schrein sowie dem Hauch des Exotischen“. Der Garten sei zugleich ein Stück Ur-Karlsruhe, welches den fast selbstverständlichen Umgang der Stadt mit dem vermeintlich „Fremden“ vermittle. Mentrup erinnerte an die Anfänge des Gartens 1913/14, als ein Karlsruher Arzt eine japanische Steinleuchte sowie Samen und Pflanzen ins Badische brachte. Eine Anregung, die der damalige Gartendirektor Friedrich Ries aufgriff. Der Japan-Garten sei auch eines der Highlights der Bundesgartenschau 1967 gewesen. „Dieser Garten ist ein beeindruckendes und authentisches Zeugnis traditioneller japanischer Garten- und Glaubenskultur“, so der Rathauschef.

Seine Grüße überbrachte Shinsuke Toda, stellvertretender japanischer Generalkonsul in Deutschland. „Dies ist zweifellos eine der schönsten Japan-Gärten in Deutschland. Er ist ein Kleinod, der Meditation und Entspannung verspricht“, sagte der Konsul, der sich auch für die Unterstützung der Anlage durch die Stadt bedankte. Generell sei diese kommunale Kooperation beispielhaft für die deutsch-japanische Zusammenarbeit. Sehr persönliche Worte fand Teruko Matsushima-Fitz, Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Karlsruhe. Die Vereinigung übernahm 1994 die Patenschaft für die Anlage. „Als ich in Karlsruhe vor einigen Jahrzehnten ankam und diese japanische Oase vorfand, kamen mir Tränen der Rührung. Ich empfand tiefe Bewunderung für unsere Vorväter in Deutschland und Japan. Ich wusste, dies wird meine zweite Heimat.“ Die historische Einordnung des Gartens in seinem 100-jährigen Bestehen übernahm der frühere Gartenbauamtsleiter Horst Schmidt, der über die Anlage gemeinsam mit dem Stadtarchiv bereits ein Buch publizierte. Anschließend ging es zu einer traditionellen Teezeremonie, geleitet vom ausgebildeten Tee-Meister Stephan Bernadotte. Das Ritual sorgte für Kontemplation bei der Delegation während der Feierstunde.  -voko-

 
 

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