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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. August 2014

Das Fest: Im kollektiven Glückstaumel

BOSSHOSS war beeindruckt. Foto: Bastian

BOSSHOSS war beeindruckt. Foto: Bastian

EINEN NEUEN BLICK AUF DAS FEST-GESCHEHEN erlaubte Fotografen die Business-Plattform der Firma PTV. Foto: Bastian

EINEN NEUEN BLICK AUF DAS FEST-GESCHEHEN erlaubte Fotografen die Business-Plattform der Firma PTV. Foto: Bastian

ENERGIEBÜNDEL ZAZ. Foto: Bastian

ENERGIEBÜNDEL ZAZ. Foto: Bastian

JUDITH HOLOFERNES. Foto: Bastian

JUDITH HOLOFERNES. Foto: Bastian

 

30 Jahre Fest / The BossHoss rocken den Hügel / Jeder findet seine Nische

Häuser besetzen ist illegal, Hügel besetzen nicht. Beim Fest in der Günther-Klotz-Anlage darf das letztere jeder. Seit 30 Jahren etabliert sich hier drei Tage lang im Juli eine ganz spezielle Besetzer-Szene. Ein temporäres Phänomen.

Auf dem Mount Klotz zu sitzen, ist kein politisches Statement, sondern ein Bekenntnis zu Lebensfreude. Die Menschen kommen der Musik und des Zugehörigkeitsgefühls zur Fest-Familie wegen. „Genießt diesen Blick, Leute“, rät eine junge Frau mit Fest-Tatoo am Arm der bunten Truppe, mit der sie sich es auf dem Gipfel bequem gemacht hat, „das muss bis nächstes Jahr vorhalten“.

Das Fest versetzt nicht nur seine Gäste in kollektiven Glückstaumel, auch die Künstlerinnen und Künstler. „Howdy Karlsruhe, Howdy Hügel“, brüllt BossHoss-Sänger Alec Völkel zur Begrüßung in typischer Cowboysprechmanier ins Mikrophon - und der Hügel antwortete tausendfach. Über eine Konzertstunde, etwas Fest-Gymnastik („Auf 4 springen alle als gäbe es kein tomorrow“) und ein Bad in der Menge später spricht er vom „Geilsten, was wir je erleben durften“. Selbst ein junger Mann an Krücken ließ sich mitreißen und kreierte aus der Not heraus einen durchaus originellen Tanz- und Klatschstil.

„Das muss Liebe sein“, sangen die Indie-Rocker Madson, was angesichts dreier ausverkaufter Fest-Tage wohl stimmt. Ihren Beitrag zu mehr Liebe in der Welt und unter den Fest-Gästen leistete selbstlos eine junge Dame. Sie verteilte „Free hugs“ und trug das Angebot freundlicher Umarmungen auf einem Schild vor sich her. Ob Kunstaktion oder ernst gemeint - egal.

Nicht egal war, dass freundliche Helferinnen und Helfer mit „Frag mich“-Aufdrucken auf dem T-Shirt fast alles beantworten konnten und gegen etwaige Hörschäden Ohrstöpsel verteilten. Kleine Geschenke gab es auch von Sponsor dm, der das sonntägliche Klassikfrühstück mit grün glasiertem Naschwerk in Hügelform versüßte. Ein Geburtstagsgeschenk für eines von Deutschlands größten Open-Airs, das neben dem kostenpflichtigen Bereich um den Hügel ein großes freies Kinder- und Kulturangebot auf dem weitläufigen Restgelände hat. Und dem Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup angesichts der professionellen Regie der Fest-GmbH und stetig verbesserter Sicherheit bescheinigte, es könne „unendlich alt werden“. -maf-

 
 

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