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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. August 2014

Geschichte: Spuren bis ins Heute

ERINNERN: Das Pfinzgaumuseum zeigt Tafeln zum Ersten Weltkrieg. Foto: Fränkle

ERINNERN: Das Pfinzgaumuseum zeigt Tafeln zum Ersten Weltkrieg. Foto: Fränkle

 

Erinnerungsstücke an Ersten Weltkrieg im Pfinzgaumuseum

Das letzte Lebenszeichen kam mit der Feldpost. „Wenn nur das Elend einmal zu Ende ginge, es dauert schon zu lange mit dem Krieg“, schrieb Stefan Kumm am 6. Juli 1918 vom Einsatz in Frankreich an seine Eltern. Wenig späte starb der Soldat an der Westfront.

Der Brief von Stefan Kumm wanderte in der Familie von Generation zu Generation. Jetzt ist das beeindruckende Schreiben im Pfinzgaumuseum zu sehen. Als Teil der Erinnerungsstücke aus zehn Familien aus Karlsruhe und Umgebung, die das Museum in der Karlsburg in einer Kabinettausstellung unter dem Titel „Kriegsspuren. Familienerinnerungen an den Ersten Weltkrieg“ zeigt.

Die kleine Präsentation im Rahmen der thematisch gegliederten Doppelausstellung „Der Krieg daheim“ in Prinz-Max-Palais und Pfinzgaumuseum verfolgt indessen einen biografischen Zugang. „Sie konzentriert sich nicht nur auf 1914 bis 1918, „sondern fragt auch unmittelbar nach Verbindungen zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Gegenwart“, betonte Dr. Alexandra Kaiser, die Leiterin des Pfinzgaumuseums, bei der Eröffnung.

Die zehn Tafeln sind zunächst mit Fotos, Briefen, Urkunden oder Tagebüchern bestückt, die an einen gefallenen Angehörigen oder einen überlebenden Kriegsteilnehmer erinnern. Weiter zeichnet die Schau das Schicksal der zehn Familien im Ersten Weltkrieg nach und verdeutlicht, wie stark der Krieg deren Leben beeinflusste, oft lange über das Kriegsende hinaus. Als drittes Element gibt es zehn Beiträge, in denen die Leihgeber der Objekte ihre Gedanken dazu per Hand niederschrieben. Die Kombination der drei Teile sorgt dafür, dass die Ausstellung „jenseits abstrakter Daten begreifbar macht, wie der Krieg das Leben der Menschen beeinflusste, veränderte oder auch zerstörte“, so Kurator Dr. Ferdinand Leikam. -trö-

 
 

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