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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. August 2014

Neues Fußballstadion im Wildpark: Favorit Neubau am alten Standort

 

Beim Bürgerforum gab es Informationen vor dem Beschluss des Gemeinderats

„Es fehlt nicht mehr viel zu einem mit allen Beteiligten erarbeiteten und abgestimmten Konzept", erklärte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beim Bürgerforum zum neuen Fußballstadion im Wildpark, zu dem vor kurzem über 200 Interessierte ins Bürgerzentrum Südwerk gekommen waren.

„Das ist ein sehr solides, angemessenes Raumprogramm. Eine zeitgemäße Lösung für die Erste und Zweite Liga", stellte Matthias Schöner vom Ingenieurbüro Albert Speer & Partner das Konzept für das 35.000 Zuschauer fassende Stadion vor, das Grundlage für die im Oktober vom Gemeinderat zu treffende Grundsatzentscheidung sein soll, und das bereits mit dem KSC so abgestimmt ist.

Neben dem Neubau eines Hospitaliy-Parkdecks sind dabei auch Abstellanlagen für bis zu 3.000 Fahrräder enthalten. Das von Dr. Jan Riel vom Stadtplanungsamt vorgestellte Verkehrskonzept setzt vorwiegend darauf, vorhandene Parkmöglichkeiten durch ein Parkleitsystem zu aktivieren. Für bessere Trennung der Fanbereiche sorgt ein für die Gästefans im Osten des Wildparks angelegter Parkplatz mit direktem Zugang in den Gäste-Fanblock.

Dass das alte Stadion nicht nur bauliche und technische Mängel, sondern auch in Sachen Brandschutz und Sicherheit erhebliche Defizite aufweist, zeigte Andreas Ringle vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft auf. Allein für die unbedingt notwendigen Sanierungen seien zwischen 41,8 und 48,6 Millionen zu investieren, für weitere Verbesserungen wären nochmals 16,5 bis 19 Millionen Euro fällig.

Demgegenüber setzt Stadionexperte Schöner die Kosten für einen kompletten Neubau mit 70 bis 75 Millionen an. Hinzu kommen in beiden Fällen Kosten für Infrastruktur und Grunderwerb, so dass bei einem Stadionneubau Gesamtkosten zwischen 115 und 132 Millionen Euro zu erwarten sind. Gebaut und baulich betrieben soll das Stadion von der Stadt werden, wie Kämmerer Torsten Dollinger ausführte. Derzeit laufe der Detailabgleich mit dem KSC darüber, wie der weitere Betrieb erfolgen solle und welche Pachtzahlungen fällig seien.

Die finanzielle Seite des Baus und des Betriebs ist auf jeden Fall darauf hinzu prüfen, ob es dem Europäischen Beihilferecht entspricht, erklärte Petra Becker vom Zentralen Juristischen Dienst der Stadt. Verzögerungen im Zeitplan sind dabei nicht zu erwarten, da sie parallel zu den übrigen Genehmigungsverfahren durchgeführt werden können, die die Leiterin des Stadtplanungsamts, Prof. Dr. Anke Karmann-Wössner, vorstellte.

Derzeit wird von einem Baubeginn Mitte 2017 und einer Fertigstellung in 2019 ausgegangen. Während der Bauzeit könne der Spielbetrieb weitgehend weiterlaufen, kurzzeitig käme auch ein Ausweichen in das Stadion der TSG Hoffenheim in Frage, erläuterte Silke Hinken vom Sportamt.

„Wir wollen ein verlässlicher Partner sein", zeigte sich KSC-Präsident Ingo Wellenreuther nach den bisherigen Gesprächsrunden optimistisch, dass alles umsetzbar sei, was man gemeinsam erarbeitet habe. Ein Umbau mache keinen Sinn, weil auch die Haupttribüne nicht mehr zeitgemäß sei. „Eine moderne Spielstätte ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit" hofft Marco Grimm, Sprecher des Fan-Dachverbandes Supporters, auf breite Zustimmung in der Bevölkerung für einen Neubau. Lediglich über den geplanten Wechsel der Fanblocks sei man nicht glücklich.

„Es ist nicht mehr furchtbar viel zu leisten bis zur Entscheidung des Gemeinderats im Oktober" sieht OB Dr. Mentrup neben der sauberen Trennung der Verantwortlichkeiten beim späteren Stadionbetrieb noch Klärungsbedarf bei der Frage, wie das Stadion im Wald möglichst energie- und umweltfreundlich gebaut und betrieben werden kann. „Nur ein Neubau bringt eine zukunftsfähige Lösung", sprach sich auch der OB gegen eine reine Sanierung des maroden Wildparkstadions aus. Alle beim Bürgerforum vorgestellten Daten und Fakten sind zu lesen auf: www.karlsruhe.de/fussballstadion. -fis-

 
 

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