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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. August 2014

Kommunikation: Ticket für digitales Zeitalter gelöst

30 JAHRE E-MAIL: Studenten des KIT ließen zum Jubiläum der elektronischen Post Luftballons mit Binärcode steigen. Foto: Knopf

30 JAHRE E-MAIL: Studenten des KIT ließen zum Jubiläum der elektronischen Post Luftballons mit Binärcode steigen. Foto: Knopf

 

30 Jahre E-Mail gefeiert / Karlsruher Informatiker empfingen 1984 erste E-Mail in Deutschland

30 Jahre ist es her – am 3. August, genau um 10.14 Uhr landete die erste E-Mail in Deutschland auf dem Server der Karlsruher Universität. Damit begann die Erfolgsgeschichte der elektronischen Post, die heute aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken ist.

Empfänger waren damals die Informatiker Michael Rotert und Werner Zorn. „This ist your official welcome to the CSNET“ – so lautete die Begrüßung der Amerikanerin Laura Breeden für ihre neuen Kollegen aus Baden. Ursprünglich war die neue Kommunikationsform ausschließlich Forschern vorbehalten.

Aufgrund des historischen Datums, das den Start ins „digitale Zeitalter“ markierte, feierten Stadtmarketing, KIT und Cyber-Form im Rechenzentrum des KIT am Wochenende „30 Jahre E-Mail“. Studenten ließen Ballons mit einer in Nullen und Einsen codierten Nachricht in den Himmel steigen. Die als Binärcodes verschlüsselten Luftballons sollen die Innovationskraft des IT-Standorts Karlsruhe symbolisieren – so der Künstler Ralf Pytlik, der die Aktion in Szene setze.

Für Informatiker Rotert waren drei Punkte für den Siegeszug der Mail maßgeblich: „Das war einmal der Fall der Mauer, der Wegfall der Schranken zwischen Ost und West, die Entwicklung des Internets und die Etablierung der kostengünstigen Flatrates bei der DSL-Breitband-Technologie.“

Zahlen ließ Erster Bürgermeister Wolfram Jäger sprechen: „Heutzutage werden in der Bundesrepublik weit über 500 Milliarden E-Mails pro Jahr verschickt. Das ist eine gigantische Zahl. Historischer Ausgangspunkt war Karlsruhe mit seinem IT-Sektor. Unsere Stadt steht für Innovationskraft und Kreativität, wie nicht nur dieses Beispiel unterstreicht.“

Auch für Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzender des Cyber Forums, und Jörn Müller-Quade, Professor für IT-Sicherheit beim KIT, bot der historische Meilenstein allen Grund zum Feiern. Bekanntlich zählt die IT-Region Karlsruhe zu den führenden Innovationsstandorten in Deutschland und Europa. 4200 IT-Firmen und Technologie-Anwender haben hier ihren Sitz, rund 36.000 Menschen arbeiten in der Branche. Zudem befindet sich in der Fächerstadt das größte Rechenzentrum Europas, das von United Internet AG gehostet wird. Die Daten von über 31 Millionen E-Mail-Nutzern werden hier verwaltet – an dem Ort, an dem die erste Mail auf deutschem Boden „aufschlug“. -voko-

 
 

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