Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. August 2014

Kultur: Gefragt sind neue Nischen

SZENENFOTO AUS „SUGAR“: Das Filmboard Karlsruhe inszenier-te den Kurzfilm, der 2013 in der „Kurbel“ Premiere hatte.  Foto: pr

SZENENFOTO AUS „SUGAR“: Das Filmboard Karlsruhe inszenier-te den Kurzfilm, der 2013 in der „Kurbel“ Premiere hatte. Foto: pr

 

Kulturfrühstück zur Filmstadt / Produzentenallianz und Karlsruher Manifest?

Als vor 40 Jahren die Kinemathek an den Start ging trat sie an, die Vorherrschaft einer „radikal gewerblichen Kinoszene“ zu brechen und jungem deutschen Kino ein Forum zu bieten.

Damals sei die Schauburg noch kein Programmkino gewesen und mit der Kinemathek der „Grundstein gelegt“ worden „für das, was wir heute haben“, erklärte Geschäftsführer Alfred Meyer kürzlich beim Kulturfrühstück im Café Besitos. Wie aber steht es um die Filmstadt Karlsruhe und was hat sich verändert? Die Szene diskutierte. Und sie kommentierte die Bestandsaufnahme kritisch.

Sicher: Filmfestivals wie die Independent Days, die Stummfilmtage und das schwul-lesbische Filmfestival oder in jüngster Zeit das avantgardistische 3D-Festival Beyond und das Dokumentarfestival dokKa lassen Cineasten-Herzen höher schlagen. Anteil an der Entwicklung hat auch das 2007 gegründete Filmboard. Der Verein residiert im Filmhaus auf dem Alten Schlachthof und will Filmschaffende untereinander, aber auch mit der landes- und bundesweiten Film- und Fernsehbranche vernetzen. Aber was sagt das?

Karlsruhe sei in Sachen Ausbildung, Vernetzung und Festivals gut aufgestellt, „die kritische Masse an Produktionen“ reicht nach Ansicht von Professor Ludger Pfanz von der Hochschule für Gestaltung jedoch nicht. Um wahrgenommen zu werden, brauche es ein Profil mit „spezifischer Note“ und einen höheren Bekanntheitsgrad. Es gelte, „dicke Backen“ zu machen, am besten über eine gemeinsame Resolution.

Dieses „Karlsruher Manifest“ solle bei der nächsten Beyond-Ausgabe präsentiert werden. Ein Vorschlag, der allseits Zustimmung fand und den Dr. Oliver Langewitz (Filmboard) um die Gründung einer Produzentenallianz ergänzte. Der klassische Spielfilmmarkt sei dicht, sprach Nils Menrad (dokKa-Festival) von einem „aussichtlosen Kampf“. „Wir müssen Nischen suchen“ und „spezifische Stärken Karlsruhes aufgreifen“. Neue multimediale Formate wie etwa der Pixel Day eigneten sich dafür.

Die Realisierung eigener Filmprojekte erfordere große Anstrengungen und ein hohes Maß an Selbstausbeutung, erklärte Produzent Serdar Dogan. Ohne ausdauernde Lobbyarbeit und gute Kontakte zur Medien- und Filmgesellschaft (MfG) gehe es nicht. Mit privater Förderung über Crowdfunding seien hohe Summen nicht erreichbar. Für seinen Spielfilm “Der 8. Kontinent”, der im März in die Kinos kommt, habe er „unglaublichen Aufwand betrieben“ und gerade mal 10 000 Euro gesammelt. Ein Bruchteil dessen, was es an öffentlichen Geldern gibt.

Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche ging nach dem munteren Austausch „ermutigt“ in die Sommerpause. Es lohne sich für die Filmstadt Karlsruhe nach innen und außen zu werben, „zu trommeln und zu lärmen“. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe