Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. August 2014

Kultur: Die andere Moderne

WILHELM TRÜBNERS Schloss Hemsbach hinter Bäumen (1904). Foto: pr

WILHELM TRÜBNERS Schloss Hemsbach hinter Bäumen (1904). Foto: pr

IMPRESSIONIST: Das Gemälde „Am Springbrunnen“ von Karl Schmoll von Eisenwerth entstand 1908. Foto: pr

IMPRESSIONIST: Das Gemälde „Am Springbrunnen“ von Karl Schmoll von Eisenwerth entstand 1908. Foto: pr

 

Galerie: Kunst in den Ländern am Rhein 1900 bis 1922

Heute spricht man gerne von Netzwerken, früher von Zusammenschluss. Der Effekt ist der Gleiche - mit vereinten Kräften geht es besser. Um der Vorherrschaft der Kunstzentren Berlin und München etwas entgegen zu setzen und überregional wahrgenommen zu werden, gründeten sich in Deutschland um die Jahrhundertwende zwei Initiativen - die Zeitschrift „Der Rheinländer“ (1900) und der „Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein“ (1904).

Gemeinsam wollten sie den Blick auf neue künstlerische Positionen in den Anliegerstaaten entlang des Stroms lenken und mit regionaler Verbundenheit punkten - ohne dabei provinziell zu sein. Die Ausstellung „Die andere Moderne. Kunst und Künstler in den Ländern am Rhein 1900 bis 1922“ in der Städtischen Galerie, die zuvor in der Wessenberg-Galerie (Konstanz) und im Museum Giersch (Frankfurt/Main) zu sehen war, widmet sich bis zum 19. Oktober diesem Thema.

Rund 130 Gemälde, Grafiken und Plastiken von über 80 Künstlern - von Max Beckmann bis Christian Rohlfs, von Heinrich Altherr bis Wilhelm Trübner, von Karl Albiker bis Bernhard Hoetger und Wilhelm Lehmbruck - stehen für eine Zeit künstlerischen Um- und Aufbruchs.

Das Schaffen am Bodensee, in der Schweiz und im Elsass rückte damit ebenso in den Fokus wie das in Karlsruhe, Stuttgart, Frankfurt und Darmstadt, Bonn, Köln, Düsseldorf und Hagen. Die Städtische Galerie stellt die regionalen Sektionen in eigenen Bereichen vor - mit Schwerpunkt auf der badischen Residenzstadt Karlsruhe und auf Straßburg als Hauptstadt des benachbarten Reichslandes Elsass-Lothringen.

Den Auftakt machen die Professoren der Karlsruher Kunstakademie. Wilhelm Trübner galt als der fortschrittlichste unter ihnen. Aber auch Gustav Schönleber, Hans Thoma, Ludwig Dill, Hans Richard von Volkmann oder später Albert Haueisen als Nachfolger Trübners prägten das Kunstleben in Karlsruhe entscheidend mit. Aus Schönlebers Schülerkreis formierte sich die „Grötzinger Malerkolonie", der zum 125-jährigen Jubiläum im zweiten Obergeschoss eine eigene, bis 5. Oktober laufende Ausstellung gewidmet ist. Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr, an Wochenenden von 11 bis 18 Uhr. -red-/-maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe