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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. August 2014

Flüchtlingsaufnahme: Wirbel in Stuttgart

Mentrup fordert mehr Personal für Landesaufnahmestelle / Nur noch bis Jahresende Notunterkünfte

Nur noch bis Ende des Jahres soll es in Karlsruhe Notunterkünfte für Flüchtlinge geben. Spätestens dann muss das Land dafür gesorgt haben, dass ankommende Flüchtlinge ordentlich untergebracht werden. Bei der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) muss es genügend Personal geben, um die Aufgaben zu bewältigen.

Diese Forderungen an die Landesregierung - und auch an den Bund -  formulierte OB Dr. Frank Mentrup am Dienstag vor den Medien. Die 50 Mitarbeiter des Regierungspräsidiums in der LEA reichten in keinem Falle aus, ebenso müsse das Bundesamt für Migration mehr Mitarbeiter in die LEA entsenden. Täglich kämen rund 150 Flüchtlinge in der LEA an. Aber an den Wochenenden, an denen der Zustrom besonders groß sei, würden ihre Asylanträge nicht aufgenommen, weil das Bundesamt nicht vor Ort sei. So könne es leicht vorkommen, dass an den ersten Wochentagen 600 und mehr Flüchtlinge registriert werden müssten. Dies sei ein unhaltbarer Zustand, vor allem dann, wenn noch Infektionen hinzukämen. Wegen einer Maserninfektion hatte die LEA kürzlich für einige Tage geschlossen werden müssen. Daraufhin habe man neun Notunterkünfte eingerichtet, dies dürfe aber nicht Dauerzustand werden. Mentrup begrüßt, dass Alarmmeldungen aus Karlsruhe „derzeit in Stuttgart für Wirbel“ sorgen.

Für OB Mentrup steht fest, dass in Zukunft weiterhin jährlich über 20.000 Flüchtlinge nach Baden-Württemberg kommen. Dafür reiche eine einzige Aufnahmestelle nicht aus. Er zeigte sich daher dankbar, dass der Zollern-Alb-Kreis in einer ehemaligen Kaserne in Meßstetten eine weitere einrichten werde. Er sagte dem dortigen Landrat Hilfe und Beratung aus Karlsruhe zu, sowohl von offizieller Seite als auch von Flüchtlingsorganisationen und Sozialverbänden, die in Karlsruhe bereits jede Menge Erfahrungen mit Flüchtlingsarbeit haben.

Aus den Erfahrungen mit den - völlig unzureichenden - Karlsruhe Notquartieren wünscht sich Mentrup allerdings viele kleinere Erstaufnahmestellen. Denn in diesen kleineren Einrichtungen klappt die soziale Integration dank bürgerschaftlichen Engagements von Organisationen, Kirchengemeinden oder Nachbarschaften bedeutend besser als etwa bei der großen LEA mit einer Maximalbelegung von immerhin 1.150 Flüchtlingen. -erg-

 
 

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