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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. August 2014

Zuständig: Ständig im Kontakt mit Menschen

GUTE WERTE: Schwimmmeisterin Karola Thiemecke misst im Europabad auch die Wasserqualität im Becken. Foto: Fränkle

GUTE WERTE: Schwimmmeisterin Karola Thiemecke misst im Europabad auch die Wasserqualität im Becken. Foto: Fränkle

 

Karola Thiemecke ist Schwimmmeisterin im Europabad / Sauna bildet Schwerpunkt

Kinder toben und die Eltern genießen es, etwas Zeit für sich zu haben. Das Europabad ist am Freitagvormittag schon sehr gefüllt und draußen stehen die Leute Schlange. „Hier und in Frankreich sind Ferien. Da haben wir pro Tag mehr als 2500 Besucherinnen und Besucher und müssen zwischendrin sogar den Einlass stoppen“, berichtete Karola Thiemecke.

Die 24-jährige ist Schwimmmeisterin im Europabad. Sie hat 2007 hier ihre Ausbildung gemacht und gehört seitdem dazu. „Mit einer Ausnahme. Nach meiner Ausbildung habe ich noch eine zweite zur Optikerin angefangen, aber nach einem halben Jahr wieder aufgehört und bin zurück. Das war einfach nichts für mich“, ergänzt sie. 

So wundert es nicht, dass die passionierte Softball-Spielerin im Europabad bleiben will. Sie ist hier auch Saunameisterin. Das bedeutet, sie berät die Menschen und hilft ihnen auch, wenn jemand Probleme mit dem Kreislauf bekommt. „Die Menschen übernehmen sich oft. Aber zum Glück sind noch keine tragischen Sachen passiert“.

In der Sauna mag sie vor allem das so genannte „Birkenritual“. Dabei werden Zweige auf die Rücken der Gäste geschlagen. „Das ist ähnlich wie eine Bürstenmassage. Man spürt es, aber es sind keine Schmerzen. Außerdem kann man sich damit manchmal gut abreagieren“, scherzte Karola Thiemecke.

Die Sauna liegt im oberen Bereich des zweistöckigen Bads. „Dort ist es ruhiger als unten bei den Becken und Rutschen, wo die Action ist. Da ist man oft der Buhmann“. Das liege daran, dass sich Gäste bisweilen nicht an die Regeln halten. So würden Eltern beispielsweise ihre Kinder häufig mit in den Wildwasserfluss nehmen, obwohl sie noch zu jung seien und nicht schwimmen können. Dabei kam es schon vor, dass „wir ins Wasser springen und die Kinder rausholen mussten“.

Das Bad als Spiegelbild der Gesellschaft: Auch die gestiegene Aggressionsbereitschaft Jugendlicher macht dem Team manchmal zu schaffen. Trotzdem lasse man Kindern und Jugendlichen bis zu einem gewissen Grad freie Hand. „Wir waren schließlich alle mal in dem Alter“, zeigt sie Verständnis. „Außerdem lässt man mit der Zeit nicht mehr alles an sich ran“. Diese Randerscheinungen jedenfalls hat das Team fest im Griff.

Karola Thiemecke jedenfalls bleibt ihrem Beruf treu und freut sich über jeden Besucher des Europabads. „Hier gibt es für jeden was, auch für Wassermuffel“, schwärmt sie mit Blick auf Bistro, Massage und Liegewiese. Am meisten sei das Bad aber für Familien, Kinder und Jugendliche ausgelegt. -jäm-

 
 

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