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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. August 2014

Geschichte: Künstler und Mäzen

Honoratior  Wilhelm Klose. Bild: Stadtarchiv

Honoratior Wilhelm Klose. Bild: Stadtarchiv

 

Vor 100 Jahren starb Ehrenbürger Wilhelm Klose

Mitglieder der Familie Klose waren über Generationen als Hofphysikus, -geometer, Oberbürgermeister und Künstler eng mit Karlsruhe verbunden. Heute bringt jedoch kaum jemand die Klosestraße von 1912 mit ihrem Namengeber dem Kunstmaler und Mäzen Wilhelm Klose in Verbindung.

Wer denkt an ihn beim Hygieia-Brunnen des Bildhauers Johannes Hirt vor dem Vierordtbadt, ein Geschenk Kloses an die Stadt? Die vier italienischen Landschaftsbilder in der Eingangsrotunde des Bades stammen von Klose selbst, der sich ganz der Landschaftsmalerei mit idealisierten antiken italienisch-griechischen Motiven verschrieben hatte. Auch der 1963 abgetragene Malschbrunnen beim Ettlinger Tor war ein Geschenk Kloses.

Für sein Wirken für die Stadt, wegen seiner zahlreichen Kunst- und Sozialstiftungen erhielt Klose, der auch Stadtverordneter zwischen 1876 und 1908 war, 1900 die Ehrenbürgerwürde. Testamentarisch vermachte Klose seiner Heimatstadt 500.000 Mark zur Anschaffung von Kunstwerken für eine Stadtverschönerung.

Freilich entsprach Kloses Kunstgeschmack ganz und gar dem arrivierten Bürgertum des Kaiserreichs und nicht alle seine Schenkungen passten in den späteren Zeitgeist. Viel  Gelegenheit zur Auseinandersetzung um anzuschaffende Kunstwerke nach seinem Tod gab es freilich nicht, fraß doch die Inflation Kloses Vermächtnis auf.

Wilhelm Klose, am 10. November 1830 in Karlsruhe geboren, war Neffe des Oberbürgermeisters vor 1847, Großkaufmann und Bankier August Klose. Das Familienvermögen erlaubte dem unliierten Künstler und Mäzen sich als Privatier einzurichten. Die Klosesche Villa mit Gartenhaus beim Ettlinger Tor, an der Stelle des heutigen Landratsamt-Hochhauses, war Treffpunkt der Karlsruher Bürger- und Kunstgesellschaft. Literaten, Architekten und Künstler wie Viktor von Scheffel, Josef Durm, Friedrich Keller oder Adolf Heer verkehrten dort. Am 31. August vor hundert Jahren starb Klose in seiner Heimatstadt. -jsk-

 
 

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