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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. August 2014

Gesundheit: Radeln gegen Krebs

Die Regenbogenfahrer bei ihrem Halt im Städtischen Klinikum. Mit ihrem Engagement machen sie vielen Krebspatienten wieder Mut. Foto: Fränkle

Die Regenbogenfahrer bei ihrem Halt im Städtischen Klinikum. Mit ihrem Engagement machen sie vielen Krebspatienten wieder Mut. Foto: Fränkle

 

Regenbogenfahrt im Klinikum / Kindern Mut machen

Krebs - eine Diagnose wie ein Schlag in die Magengrube. Eine Krankheit, die das Leben der Erkrankten und ihrer Familien völlig auf den Kopf stellt. Häufig fallen sie in ein Loch. Dass eine solche Diagnose aber kein Grund ist, die Hoffnung zu verlieren, zeigen die Regenbogenfahrer.

45 Menschen, die alle gemeinsam haben, eine Krebserkrankung erfolgreich überstanden zu haben, fahren einmal im Jahr eine Woche lang mehr als 600 Kilometer durch Deutschland und besuchen Kinder und Jugendliche, die der Krebs erwischt hat. In diesem Jahr fahren sie von Saarbrücken nach Freiburg und machen damit nach 2001 auch wieder in Karlsruhe Halt.

Doch was bringt eine solche Fahrradtour? „Wir machen den Patienten Mut. Wir vermitteln Hoffnung auf Heilung. Wir sind der lebende Beweis, dass man nach der Erkrankung wieder leistungsfähig sein kann“, sagte Florian Michalczyk aus Karlsruhe. Er hatte einen seltenen Gehirntumor und ist mittlerweile zum fünften Mal bei der Tour dabei. Andrea Wagner konnte dies nur bestätigen. „Die Kinder fragen oft mit leuchtenden Augen, ob ich das auch hatte und nun gesund bin. Wenn ich Ja sage merkt man, dass das etwas verändert“.

Natürlich sei es auch eine Rückkehr in die eigene Geschichte, ergänzt sie, aber davon könne sie sich mittlerweile stark abgrenzen. So ist diese Rundfahrt für Andrea „eine der wichtigsten Wochen im Jahr“.

Auch die Gespräche mit den Eltern seien wichtig, so Andrea Wagner, da die Klärung von Fachfragen vielen die Hoffnung auf Heilung gibt. Trotzdem besteht sie darauf, dass die Regenbogenfahrer nicht als Mentoren fungieren. „Wir sind hier, um Lichtblicke zu geben. Wir sind Multiplikatoren für die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tumor“.

„Das Gute ist, dass alle eine eigene medizinische Vorgeschichte haben“, betont Prof. Dr. Martin Hansis, der Geschäftsführer des Städtischen Klinikums, die Wichtigkeit der Authentizität dieser Aktion. „Sie gehen mit ihrem neuen, prallen Leben zu den Patienten und geben Kraft weiter. Noch klüger und humaner kann man mit der eigenen Geschichte nicht umgehen“, lobte er die Teilnehmer. Auch die Erste Vorsitzende des Fördervereins für krebskranke Kinder Karlsruhe, Margareta Höfele, ist von der Aktion überzeugt. „Es ist toll, dass sie diese Tour absolvieren, um anderen Mut zu machen“. -jäm-

 
 

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