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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. September 2014

25 Jahre ZKM: Party im „digitalen Bauhaus“

KULTURINSEL MIT WELTNIVEAU: Nach 25 Jahren blickt das ZKM auf 300 Ausstellungen, 346 Publikationen, 500 Gastkünstler und rund vier Millionen Besucher zurück. Foto: Müller-Gmelin

KULTURINSEL MIT WELTNIVEAU: Nach 25 Jahren blickt das ZKM auf 300 Ausstellungen, 346 Publikationen, 500 Gastkünstler und rund vier Millionen Besucher zurück. Foto: Müller-Gmelin

LICHTSPIELE: Im 20. ZKM-Jahr  bespielte die Künstlerin Rosalie das Foyer mit der Lichtskulptur  CHROMA_LUX. Foto: Bastian

LICHTSPIELE: Im 20. ZKM-Jahr bespielte die Künstlerin Rosalie das Foyer mit der Lichtskulptur CHROMA_LUX. Foto: Bastian

 

Freier Eintritt in Museen / Konzerte und Führungen / ZKM-Gameplay neu gestaltet

Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) ist weltweit einzigartig. 1989 als Stiftung gegründet, gilt es als „Arche Noah“ (Peter Weibel) des audiovisuellen Zeitalters. Es sammelt und präsentiert Kunst aller Medien und Gattungen in seinen Museen, verflicht Forschung und Produktion in seinen Laboren.

Zum 25. Geburtstag lädt das „digitale Bauhaus“ von Freitag, 12. September, bis Sonntag, 14. September, bei freiem Eintritt zur Entdeckungsreise ein. Zwar sind die drei Auftritte der Elektropop-Pioniere Kraftwerk längst ausverkauft, aber auf Konzerte müssen Besucherinnen und Besucher dennoch nicht verzichten.

Von Samstag auf Sonntag kombiniert die IMA-Lounge im Kubus und auf dem ZKM-Musikbalkon elektronische Kompositionen und Art-Performances mit DJ-Kultur. So spielt etwa das neu gegründete Duo „Brofist“, die zuvor Bandmitglieder bei „Benoît and the Mandelbrots“ waren, ab 21 Uhr ein audiovisuelles Live-Set. Mit dabei sind auch Rashad Becker und Bill Kouligas sowie „rdlk & Friday Dunard“, die um 22.30 Uhr und um 23.45 Uhr mit DJ-Sounds auf die Tanzfläche locken.

Der Sonntag richtet sich speziell an Familien. Beim „Family-Gameplay“ können sich Eltern und ihr „zockender“ Nachwuchs von 11 bis 17.30 Uhr auf den Spiele-Workshop „Pix und Trix“ oder Wettbewerbe wie das Super Mario World-Turnier oder den Tetris High Score-Contest freuen. Außerdem gibt es geführte Rundgänge durch die in Teilen neu gestaltete und mit aktuellen Computerspielen aufgerüstete Schau „ZKM-Gameplay“. Die Dauerausstellung ist ab dem Jubiläumswochenende nicht mehr im Medienmuseum, sondern im Museum für Neue Kunst zu finden.

Als Mitte der 1980er Jahre erste Ideen für das spätere Kulturflagschiff ZKM keimten, zeichnete sich die spätere technologische Revolution ungeahnten Ausmaßes bereits ab. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien traten ihren Siegszug an. Mit der Gründung des ZKM verbanden die städtischen Vordenker und ihre Mitstreiter Kunst und Neue Medien in Theorie und Praxis. Das neu geschaffene Zentrum sollte Künstlerinnen und Künstlern als Experimentierfeld auf medialem Neuland dienen, die Gesellschaft an den rasanten Entwicklungen und deren kritisch-künstlerischer Reflexion teilhaben lassen, den Dialog fördern und für Veränderungen offen sein.

1989 billigte der Gemeinderat das Konzept, in der Folge stimmten Landesregierung und Landtag zu und schließlich ging das ZKM im Herbst als von Stadt und Land getragene Stiftung des öffentlichen Rechts an die Arbeit. Als charismatischer Aufbauhelfer und Gründungsdirektor konnte ab 1987 der Kunsthistoriker Prof. Heinrich Klotz gewonnen werden, sein Nachfolger ist seit 1999 Prof. Peter Weibel. 1997 folgte der Umzug in den denkmalgeschützten Hallenbau an der Lorenzstraße, eine ehemalige Munitionsfabrik. Auf über 300 Metern Länge und in zehn Lichthöfen beherbergt die Kulturfabrik seither das ZKM mit Medienmuseum, Museum für Neue Kunst, Mediathek, verschiedene Institute sowie ein Labor für antiquierte Videosysteme. Mitbewohner in der gigantischen Immobilie sind Staatliche Hochschule für Gestaltung und Städtische Galerie. -maf-

 
 

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