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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. September 2014

Offene Denkmale: Farbspuren in der Stadt suchen

PUBLIKUMSMAGNET war einmal mehr die Baischstraße, das Gesamtkunstwerk Hermann Billings mit ihrem  imposanten Torhaus. Foto: MMG

PUBLIKUMSMAGNET war einmal mehr die Baischstraße, das Gesamtkunstwerk Hermann Billings mit ihrem imposanten Torhaus. Foto: MMG

 

Besucher hatten im Stadtgebiet Qual der Wahl bei 40 Adressen

"Der Tag des offenen Denkmals ist ein Selbstläufer geworden", konstatiert Dr. Johannes Wilhelm, der Chef der Denkmalpflege im Regierungspräsidium.

"Er ist und sollte ein Tag der Eigentümer und des Publikums sein". Letzteres ließ sich am 14. September wahrlich nicht bitten. Tausende kamen, um Eindrücke von sonst nicht zugänglichen Gebäuden und Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Viele der rund 40 Adressen im Stadtgebiet wurden regelrecht gestürmt, hatten es die Referentinnen und Referenten mit Menschentrauben von über 100 Personen zu tun. Und war das einmal nicht der Fall, wie in der jedes Jahr geöffneten Kapelle auf dem alten Friedhof, bestand die Chance für intensive Gespräche. 

Gleich morgens um zehn hatten sich rund 50 Radlerinnen und Radler eingefunden, um mit der für Karlsruhe zuständigen Konservatorin Dr. Ute Fahrbach-Dreher  von der ehemaligen Grenadierkaserne in der Moltkestraße 74 bis zum Rathaus zu fahren. Über Farbe, das Motto des diesjährigen Denkmaltages könne man trefflich streiten, so Fahrbach. Fensterrahmen in der Kaserne waren ursprünglich unauffällig holzbraun lasiert, während heutige in Weiß wesentlich stärkere Akzente setzen.

Ziel sei stets, die Substanz der Gebäude zu erhalten und wo immer möglich das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder herzustellen. So etwa das des Schlosses in kräftigem, nun weithin sichtbarem Gelb und des Rathauses in nunmehr dunklerem, dem Turm angepassten Sandsteinton. Noch heute wartet das von französischer Architektur inspirierte Haus Erhardt  am Ludwigsplatz mit als werblichem Blickfang gedachten, bunten  Emailletafeln der vier Jahreszeiten auf. Äußerlich  zurückhaltend in Grau und Weiß gibt sich dagegen Walter Gropius´ Laubenganghaus in der Dammerstocksiedlung, während es innen von kräftigen Rot- und Ockertönen belebt wird. -cal-

 
 

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