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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Oktober 2014

Architekturspaziergang: Durch den Landschaftspark Rhein

Anziehungspunkt für Jung und Alt: der Mehrgenerationenspielplatz im Landschaftspark Rhein. Foto: Fränkle

Anziehungspunkt für Jung und Alt: der Mehrgenerationenspielplatz im Landschaftspark Rhein. Foto: Fränkle

 

Erholen im Naturraum / Parklandschaft und Naturschutz zusammen bringen / Gastronomie ab Frühjahr 2015

Schon heute ist der Mehrgenerationenspielplatz beim Hofgut Maxau ein Anziehungspunkt für Jung und Alt. Und am Rhein entlang promenieren Spaziergänger - oder verweilen auf den Stufen der Aussichtsterrasse oder Sitzbänken. Der Landschaftspark war letzte Woche Thema eines Architekturspaziergangs.

„Wir zeigen heute keine gebauten Quartiere, sondern viel ungestaltete Natur“, meinte  Bürgermeister Michael Obert. Aber nicht nur: Denn rund fünf Millionen Euro habe die Stadt in dieses Stadtgeburtstags-Projekt investiert, davon jeweils die Hälfte in den Hochbau - das Hofgut Maxau - sowie den Landschaftsbau. „Wir hoffen, dass über den Stadtgeburtstag hinaus noch viel erreicht werden kann, um Karlsruhe noch mehr an den Rhein anzubinden“, fügte die Vorsitzende der Architektenkammergruppe Karlsruhe, Barbara Bisch, an.

Zwischen der Brücke Maxau und dem Knielinger See erläuterten Thomas Henz sowie Claudia Schäfer vom Gartenbauamt den Dreiklang des Landschaftsparks aus Erholungsraum, Naturschutz und pädagogischem Konzept. Dabei wurden auch Kompromisse eingegangen. Henz verdeutlichte dies unter anderem am Knielinger See. Das Ufer sei aus Naturschutzgründen nicht zugänglich gestaltet worden. Stattdessen führt vom Hofgut ein Weg durch den Landschaftspark zum Knielinger See. Von der Idee, den Naturraum mit ins Ufergehölz eingeschlagenen „Fenstern“ erlebbar zu machen, habe man Abstand genommen, denn der Naturschutz habe Bedenken gehabt, dass dies eine Aufforderung darstellt, eben doch zum Ufer zu gelangen.

Im Winter wird nun ein Aussichts- und Beobachtungssteg gebaut, der sich sechs Meter in den See hinein windet, sodass man am Schilffeld vorbei durch Gucklöcher in den nördlichen, zum Naturschutzgebiet gehörenden Teil des Sees schauen kann. Infragegestellt wurde beim Rundgang, dass die Balance zwischen Naturschutz und Erholungsraum gewahrt werden kann. „Schon heute kommen enorm viele Menschen“, meinte eine Bürgerin. Auch solche, die ihre Hunde Gänse aufscheuchen lassen, mit dem Moped den Weg entlang rasen und ihren Müll einfach liegen lassen. Die  Politik solle den verantwortlichen Umgang mit der Natur mehr einfordern, war ihr Wunsch. Was, wie Obert antwortete, wohl nur über mehr Personal zu erreichen sei.

Noch gedulden müssen sich Ausflügler, denen es die Rinder angetan haben, die südlich des Hofguts Maxau grasen sollen. Vor einem Jahr hat die Stadt die Wiese eingesät. Diese muss sich noch zwei bis drei Jahre entwickeln, bis sie sich für eine extensive Beweidung eignet. Immerhin: Das Hofgut ist mittlerweile aufwändig saniert. Im Frühjahr soll die Gastronomie mit regionalen Produkten öffnen. -rie-

 
 

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