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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Oktober 2014

Geschichte: Landschaftsmaler Hans Thoma wäre 175 Jahre alt

Hans Thoma. Bild: Stadtarchiv

Hans Thoma. Bild: Stadtarchiv

 

Akademieprofessor und Malerdirektor der Kunsthalle

Wegweisende Landschaftsbilder, nicht nur aus dem Schwarzwald und Taunus, sondern auch aus Ita-lien, vom Tivoli, Siena, dem Garda-see oder der Campagne stechen aus seinem Werk ebenso heraus wie beeindruckende Porträts, Blu-menstillleben oder Lithografien. Hans Thoma, Akademieprofessor und der letzte Malerdirektor der Kunsthalle (1899 bis 1916), nach dem auch ihre Adresse benannt ist, wäre am 2. Oktober 175 Jahre alt geworden.

Der Erfolg war dem Bernauer Bauernsohn, in dessen Familie Kunst, Literatur und Musik in vielen Generationen auf unterschiedliche Weise präsent war, nicht in die Wiege gelegt. Nach auch aus Geldmangel abgebrochen Lehren als Lithograf, Uhrenschild- und Stubenmaler kam er als Stipendiat Großherzogs Friedrichs I an die Karlsruher Kunstakademie zu Wilhelm  Schirmer und Ludwig Descoudres.

Weder hier noch in Düsseldorf fanden seine Bilder Anklang. 1868 ging er nach Paris, beeindruckt von Gustave Courbet und der Schule von Barbizon. Nach München zog es ihn 1870, wo er sich dem Kreis um Wilhelm Leibl anschloss. Von 1876 bis 1899 arbeitete er in Frankfurt. Den Durchbruch, der ihn in kürzester Zeit berühmt machte, brachte schließlich 1890 eine Einzelausstellung in München.

Meyers Großes Konversationslexikon nannte  ihn 1909 sogar "Lieblingsmaler des deutschen Volkes". Was wohl auch  Bildern wie der in der Bibel lesenden Mutter, der Verlobten in der Hängematte oder der Blumen pflückenden Schönheit geschuldet war. Sein einstiger Förderer Friedrich I holte ihn 1899 zurück in die Fächerstadt.

1901 gründete er mit Wilhelm Süs die Majolika, für die er zahlreiche Entwürfe lieferte und ab 1905 machte er  iIn der Ersten Kammer des Badischen Landtags Kulturpolitik.  In der Kunsthalle, die von ihm rund  1.000 Werke besitzt,  zeugt in der 1909 eröffneten so genannten Kapelle  der "Leben-Christi"-Zyklus in seiner Verbindung von Symbolismus und Realismus von der Kunstreligion zu Beginn des 20. Jahrhunderts.  1919 zum Ehrenbürger ernannt, starb er am 7. November 1924 in Karlsruhe. -cal-

 
 

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