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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Oktober 2014

Wissenschaft: Fünf Jahre Karlsruher Institut für Technologie

VIER FREUEN SICH ÜBER FÜNF JAHRE KIT: Ministerialdirektor Lukas, Ministerin Bauer, KIT-Präsident Hanselka und OB Mentrup (v.l.). Foto: Fränkle

VIER FREUEN SICH ÜBER FÜNF JAHRE KIT: Ministerialdirektor Lukas, Ministerin Bauer, KIT-Präsident Hanselka und OB Mentrup (v.l.). Foto: Fränkle

 

Nord-Süd-Dialog mit Zukunft / Grundgesetzänderung und 20 Millionen Euro als Geburtstagsgeschenke

Am 1. Oktober 2009 wurde das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gegründet. Mittlerweile zählt die Einrichtung, die aus Universität und Forschungszentrum entstanden ist, mit 9.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 24.500 Studierenden zu den größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.

Wenn der fünfte Kindergeburtstag gefeiert wird, gibt es meistens einen Kuchen mit Kerzen, ausreichend Süßigkeiten sowie jede Men­ge Spiel und Spaß. Das KIT feierte seinen fünften Geburtstag vergangenen Samstag,  27. September, im Rahmen der Akademischen Jahresfeier erwartungsgemäß etwas anders.

Theresia Bauer, baden-württembergische Wissenschaftsministerin, und Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor im Bundesforschungsministerium, hielten Festansprachen, hatten aber auch Geschenke mitgebracht. Zwar nicht bunt verpackt, aber dafür umso wertvoller: Das KIT erhält in den nächsten vier Jahren zusätzliche 20 Millionen Euro, um die Fusion von Forschungszentrum und Universität weiter voranzubringen. Dies kündigte Theresia Bauer an. KIT-Präsident Prof. Dr.-Ing. Hol­ger Hanselka erhofft sich von diesem Präsidialfonds einen weiteren "Schub für das Zusammenwachsen."

Das "zweite Geburtstagsgeschenk"  (Bauer), ist nicht mehr und nicht weniger als die Änderung von Artikel 91b des Grundgesetzes. Sie ermöglicht, dass Bund und Länder nicht nur bei "Vorhaben in Wissenschaft und Forschung an Hochschulen zusam­menarbeiten", sondern auch bei "Einrichtungen und Vorhaben". Bauer und Lukas sind sicher, dass diese Änderung noch dieses Jahr kommen wird. Denn bislang, erläuterte Hanselka, seien Campus Nord - als nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft - und Campus Süd - als Landes-Universität - "buchhalterisch noch zwei Einheiten." Der Fusionsprozess könne natürlich nach fünf Jahren nicht abgeschlossen sein, so Hanselka, aber "wir sind auf dem Weg in Richtung Erfolgsmodell".

Ministerin Bauer be­scheinigte dem KIT eine "hervorragende Aufstellung." Schon heute habe das KIT mit 70 Studierenden pro Professor oder Professorin eine bessere Be­treuungsrelation als die neun führenden Technischen Universitäten Deutschlands im Durchschnitt. Und Prof. Lukas bilanzierte: "Es waren fünf harte Jahre, aber es hat geklappt. Bund und Land werden auch weiter an der Seite des KIT stehen." Und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup freute sich: "Das KIT ist eine Erfolgsgeschichte 'made in Karlsruhe'. Darauf sind wir sehr stolz." Außerdem sei die Einrichtung für ihn auch in kommunalpolitischen Fragen immer wieder "ein wunderbarer Ansprechpartner."

Mit einem 10-Punkte-Programm will das Präsidium das KIT für die kommenden fünf Jahre fit machen und die Synergiepotenziale noch stärker nutzen. Ein wichtiger Schritt, so das KIT, sei die 2014 erlassene "Gemeinsame Satzung" gewesen. Nun gehe es darum, "auch die Forschung des KIT noch enger zu verzahnen und strategisch auszurichten", kündigte Hanselka an. Dazu diene auch die Dachstrategie "Perspektive 2025", die ab Mitte 2015 implementiert werden soll.

Bereits im vergangenen Jahr haben sich laut KIT 79 Lehrende des ehemaligen Universitätsteils an der Programmorientierten Förderung der Helmholtzgemeinschaft engagiert und die Zahl der intern gemeinsam berufenen Professorinnen und Professoren sei von 31 im Jahr 2009 auf 55 in diesem Jahr gestiegen. Für Julia Vogel, Studentin im 7. Semester, ist das Studium am KIT durch die engere Verzahnung von Nord und Süd interdisziplinärer geworden. Und auch KIT-Präsident Hanselka bestätigt: "Studierende auf dem Campus Nord sind heute kein Fremdkörper mehr." Außerdem, berichtet Nachwuchswissenschaftler Dr. Bastian Rapp:  "Auf dem Campus Nord kenne ich keinen einzigen, der keine Vorlesung im Süden hält."  -res-

 
 

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