Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Oktober 2014

Kultur: Neuer Blick auf Altbekanntes

EINEN REIZVOLLEN DIALOG verschiedener künstlerischer Haltungen verspricht die verdichtete Präsentation der städtischen Sammlung. Foto: Bastian

EINEN REIZVOLLEN DIALOG verschiedener künstlerischer Haltungen verspricht die verdichtete Präsentation der städtischen Sammlung. Foto: Bastian

HANS MARKATS „Gretchen in der Kirche“ von 1878. Foto: pr

HANS MARKATS „Gretchen in der Kirche“ von 1878. Foto: pr

 

„Von Ackermann bis Zabotin“ / Galerie zu Gast im Museum für Neue Kunst

Die Nachricht, das zehn Kilometer lange Rohrnetz der Sprinkleranlage im Lichthof 10 des Hallenbaus A müsse erneuert werden, kam für die Städtische Galerie einer „mittleren Katastrophe“ gleich. Wohin während der sechsmonatigen Arbeiten mit der Kunst? Da kam das Angebot von ZKM-Chef Dr. Peter Weibel auf Asyl im ersten Obergeschoss des Museums für Neue Kunst gerade recht.

So war nur die Distanz vom südlichen Ende des weitläufigen Gebäudetrakts zum nördlichen zu überwinden. Ein Teil der Fläche dient nun als Depot, ein anderer für die Inszenierung der Herbstausstellung unter dem Titel „Von Ackermann bis Zabotin“.

Zu sehen sind Hauptwerke der hauseigenen Sammlung, der Kollektion Garnatz und selten Gesehenes aus dem Depot. Aus der Not wurde eine Tugend und Gäste wie Gastgeber sind begeistert. Die Sammlung präsentiere sich in neuem Licht, deren Qualität komme hervorragend zur Geltung, lobte Peter Weibel. Auch habe er nicht gewusst, dass „Sie einen Franz West haben“. Und Galeriechefin Dr. Brigitte Baumstark war schlichtweg erleichtert, mit einem Querschnitt ihrer Schätze während der Umbauzeit präsent zu bleiben.

Die bis 29. März dauernde Schau beleuchtet 125 Jahre chronologisch gegliederter Kunstgeschichte. Der Rundgang beginnt mit aktuellen Arbeiten und führt zurück bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Präsentiert werden 82 Gemälde sowie 15 Plastiken und Objekte von regional verankerten, aber auch international bekannten Künstlern. Darunter Horst Antes, Georg Baselitz, Willi Baumeister, Friedrich Fehr, Gerhard Graubner, Hans Makart, Eduard Schleich, Emil Schumacher Jörg Immendorff, Otto Piene oder Gerhard Richter.

Einige Kunstwerke aus dem 19. Jahrhundert waren bislang selten oder nie zu sehen. Das Bildnis von Cella Thoma (1896) etwa, das ihr Mann Hans Thoma drei Jahre vor seiner Berufung zum Professor an der Großherzoglichen Akademie Karlsruhe schuf. Oder das Gemälde des Wiener Historienmalers Hans Markart von 1878, das Fausts in sich gekehrtes „Gretchen in der Kirche“ kniend am Altar zeigt. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe