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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Oktober 2014

Gewinner NEO2014: Fraunhofer IOSB Schnittstelle für Fabrik der Zukunft

STRAHLENDE GEWINNER: Dr. Florian Langenscheidt (l.) und OB Dr. Frank Mentrup übergaben bei der Award-Feier den NEO2014 an  Dr. Miriam Schleipen und Dr. Olaf Sauer vom Fraunhofer IOSB. Foto: Fränkle

STRAHLENDE GEWINNER: Dr. Florian Langenscheidt (l.) und OB Dr. Frank Mentrup übergaben bei der Award-Feier den NEO2014 an Dr. Miriam Schleipen und Dr. Olaf Sauer vom Fraunhofer IOSB. Foto: Fränkle

 

Innovation verbessert „Plug and Work“ / Wettbewerb hatte Industrie 4.0 im Fokus

Das Karlsruher Fraunhofer-Institut Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) ist der Gewinner des NEO2014, des diesjährigen Innovationspreises der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK).

Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung überreichten der TRK-Vorsitzende OB Dr. Frank Mentrup und Laudator Dr. Florian Langenscheidt bei der Award-Feier im Casino des Technologieparks an Dr. Miriam Schleipen und Dr. Olaf Sauer. Die Informatikerin und der Wirtschaftsingenieur arbeiten am IOSB an einer universellen Schnittstelle für die Fabrik der Zukunft.

Bislang existieren auf den verschiedenen Fabrikebenen meist verschiedenartige Softwaresysteme mit jeweils eigenen Schnittstellen, die bei jeder Änderung manuell angepasst oder umprogrammiert werden müssen. Mit einer universellen, USB-ähnlichen Schnittstelle jedoch könnte die steuernde Software neue oder geänderte Elemente schnell und umkompliziert erkennen und alle Informationen zur automatischen Integration in den Produktionsablauf übertragen.

„Plug and Work" lauten Motto und Methode. Dass der Ansatz einer universellen Schnittstelle auf Basis offener Industriestandards funktioniert, hat das IOSB unter anderem am Beispiel der ProVis-Familie bei Daimler bewiesen. Das IOSB schätzt, dass die Einführung einer universellen Schnittstelle den Aufwand zur Inbetriebnahme von Maschinen um 20 Prozent reduziere, den zur Anbindung von Anlagen und Steuerungen an ein übergeordnetes MES-System (Manufacturing execution system) sogar um 70 Prozent. Die Entwicklung des IOSB trägt somit wesentlich zur Beschleunigung von Innovationszyklen bei. Plug-and-Work-Fähigkeit in produktionsnahen Softwarekomponenten durchgängig über die verschiedenen Ebenen der Fertigungshierarchie zu ermöglichen, ist für Firmen weltweit von Interesse.

Im Fokus der diesjährigen Ausschreibung des NEO stand „Industrie 4.0", also die vierte industrielle Revolution. Gesucht wurden Modelle und Projekte, die im „Internet der Dinge" mit cyber-physischen Systemen neue Technologien anwenden, integrierte Gesamtlösungen für Steuerungs- und Informationsverarbeitungsaufgaben bieten und in Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit neue Maßstäbe setzen.

Der Wettbewerb stärke „die Strahlkraft der Region nach außen", betonte OB Dr. Frank Mentrup in seiner Rede vor der Verleihung. Nach einem Ranking der EU, die im April dieses Jahres über 1.300 Regionen des Kontinents im Hinblick auf Stärken in Wirtschaftsfähigkeit, Forschung und Entwicklung sowie Innovation im IKT-Sektor analysiert hatte, nehme Karlsruhe den vierten Platz gleich hinter München, London und Paris ein. Der TRK-Vorsitzende sah dies als weiteren eindeutigen Beweis „für die herausragenden Leistungen der Region auf den Feldern der Schlüsselkompetenzen". Mentrup: „Der NEO gibt Ansporn, in dieser Richtung weiterzumachen".

Laudator Dr. Florian Langenscheidt konstatierte dem Preis vor allem vor dem Hintergrund des diesjährigen Themas „deutschlandweite Bedeutung". Für den Verleger, Autor und Wissenschaftsjournalist ist Industrie 4.0 „das Schüssel- und Zukunftsthema der Republik", das bald „sämtliche Lebensbereiche" beeinflusse.

Insgesamt gab es 25 Bewerbungen für den NEO2014, fünf Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen nominierte die Fachjury als Finalisten: IOSB, PTV Group Karlsruhe, ArtiMinds Robotics GmbH, Karlsruher Institut für Technologie mit Bär Automation GmbH und Wibu-Systems AG. Alle Nominierten stellten bei der Feier ihre Ideen als Videoeinspielung vor.  -res-/-trö-

 
 

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