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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Oktober 2014

Hanne Landgraf: Platz trägt jetzt ihren Namen

FREIE SICHT AUF DEN SCHRIFTZUG: Oberbürgermeister Mentrup enthüllte mit Hanne Landgrafs Tochter Christiane Gaul und Monika Storck (AWO; vorne) das Schild des neu benannten Platzes. Foto: Fränkle

FREIE SICHT AUF DEN SCHRIFTZUG: Oberbürgermeister Mentrup enthüllte mit Hanne Landgrafs Tochter Christiane Gaul und Monika Storck (AWO; vorne) das Schild des neu benannten Platzes. Foto: Fränkle

 

Erinnerung an Sozialpolitikerin und Ehrenbürgerin

Am 14. Oktober wäre Hanne Landgraf 100 alt geworden. Kaum ein Datum hätte besser gepasst, um einen Platz nach der 2005 verstorbenen Sozialpolitikerin zu benennen. Der Platz am Wasserturm in der Südstadt-Ost wurde am Dienstag zum Hanne-Landgraf-Platz.

Zusammen mit Tochter Christiane Gaul und der Vorstandsvorsitzenden der Hanne-Landgraf-Stiftung, Monika Storck, enthüllte Oberbürgermeister Dr. Frank Men­trup das neue Straßenschild. Die Sonne schien, Mädchen und Jungen der AWO-Kinder­tagesstätte „Aufwind" sangen fröhliche Lieder und Hanne Landgraf hätte ihre Freude daran gehabt.

Schließlich war sie es, die in den sechziger Jahren in Karlsruhe erreichte, dass „sämtliche Wohlfahrtsorganisationen, die Kindergärten betrieben, dafür städtische Zuschüsse bekamen", wie OB Men­trup betonte. Das Stadtoberhaupt erinnerte daran, dass Hanne Landgraf 25 Jahre Erste Hauptkassiererin der nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten Arbeiterwohlfahrt Karlsruhe (AWO) war und über viele Jahre auch deren Vorsitzende.

„Sie engagierte sich für Menschen in Not - soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit waren ihr ein Herzensanliegen", blickte das Stadtoberhaupt darauf zurück, dass die spätere Ehrenbürgerin bereits 1946 in SPD eintrat, insgesamt 15 Jahre dem Karlsruher Gemeinderat angehörte und schließlich von 1966 bis 1976 Land­tagsabgeordnete war. In Stuttgart hatte sich Hanne Landgraf besonders für ein modernes Jugend- und Jugendhilferecht eingesetzt. „Ihr Engagement ist beispielhaft gewesen", würdigte Dr. Mentrup die Verdienste Landgrafs.

Ihre Tochter beschrieb Hanne Land­graf als „einfühlsame und verständnisvolle Mutter", die es trotz ihrer vielen Aufgaben verstanden habe, „den Clan zusammenzuhalten." Wenn sich ihre Eltern unterhalten hätten, sei es meist um die AWO gegangen, erzählte Christiane Gaul. „Sie hat die Stimme erhoben für die, die keine Stimme haben", freute sich auch Monika Storck für die Hanne-Landgraf-Stif­tung über die Umbenennung und dankte dem Gemeinderat dafür, dass er den Vorschlag der SPD aufgegriffen habe, den Platz nach dem „Gesicht und der Stimme der AWO" (OB Mentrup) zu benennen. Damit das Wirken und Handeln Hanne Landgrafs nicht in Vergessenheit gerate.

Die nach der Sozialpolitikerin benannte Stiftung setzt sich für Karlsruher Kinder ein, die von Armut betroffen sind. Ganz in der Nähe des neuen Hanne-Land­graf-Platzes befindet übrigens sich der Sitz des Kreisverbandes der AWO Karlsruhe-Stadt. -res-

 
 

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