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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Oktober 2014

Klinikum: Fit für die Zukunft machen

ZUKUNFT: Dem Städtischen Klinikum stehen viele Neuerungen bevor. Foto: Fränkle

ZUKUNFT: Dem Städtischen Klinikum stehen viele Neuerungen bevor. Foto: Fränkle

 

Neubauprojekte für rund 258 Millionen Euro / Viele medizinische Innovationen

„Das Klinikum will in wirtschaftlich schwieriger Lage durch Verbesserung der baulichen Verhältnisse und Lösungen vor Ort Fuß fassen“ kündigte Klinikdezernent Klaus Stapf jüngst bei der Bilanzpressekonferenz an. Nicht akzeptabel sei die anhaltende Unterfinanzierung.

Immerhin ist es gelungen, das 2012 aufgelaufene Defizit von rund acht Millionen Euro im vergangen Jahr auf 3.474.000 Euro „mehr als zu halbieren“, so Geschäftsführer Markus Heming. Beim operativen Ergebnis vor Sonderausgaben und Steuern verspricht  ein „leichtes Plus von 580.000 Euro“ Licht am Ende des Tunnels. Insgesamt erwirtschaftete das Klinikum fast 303 Millionen Euro. Bei nahezu gleichbleibendem Personalstand (3.163 Vollkräfte) wurden 2013 mit 61.133 Personen erneut mehr Patienten behandelt (2012: 60.745).

„Nicht gespart werden darf am medizinischen Fortschritt“ stellte der kommissarische ärztliche Direktor, der Onkologe Prof. Dr. Martin Bentz klar. Als aktuelle medizinische Innovationen nannte er unter anderem acht Betten für die auf einem „bio-psycho-sozialen“ Krankheitsverständnis multimodale Schmerztherapie, die Integration der Behandlung von Hörstörungen bei Kindern mit drei modernen Audiometriekabinen in das Zentrum für Kinder- und Frauen, die Beschleunigung von Gewebeunter­suchungen durch einen Gewebeentwässerungsautomaten sowie die Modernisierung der Nuklearmedizin und Strahlentherapie mit Hochleistungsgeräten. Dazu kommen eine zentrale Chemotherapie mit weiteren Behandlungsplätzen und der Einsatz des OP-Roboters da Vinci für patientenschonende, minimalinvasive Operationen zunächst in der Urologie, später in der Chirurgie.

Den Herausforderungen der Zukunft begegnen will das Klinikum mit  rund 258 Millionen Euro teuren Neubauten. Dieses zweitgrößte Bauprojekt Karlsruhes unterstützt die Stadt im aktuellen Doppelhaushalt mit 15 Millionen, im nächsten mit 30 Millionen Euro informierte Stapf. Dafür erhofft er sich eine  „breite politische Mehrheit“. Den Landesanteil von 140 Millionen wolle er noch zu steigern versuchen.

Begonnen wurde bereits, berichtete der Projektleiter Neubau, Markus Riester, mit dem Umbau des Tiefgeschosses in Haus D für die Transfusionsmedizin. Am 7. November folgt der „Baggerbiss“, um das Baufeld für das neuen Küchen- und das Institutsgebäude I1 frei zu machen. Im zweiten Quartal 2015 startet die auf einem Energiemix basierende Modernisierung der Energiezentrale inklusive aller Hauptversorgungswege.

Herzstück ist das neue Klinikgebäude M. Vorbereitungsmaßnahmen hierfür wie der Tunnelneubau sollen im Mai 2016 beginnen. Haus M wird unter anderem in einem Geschoss den optimierten Einschleusebereich, alle OP-Säle und die zentrale Sterilisation sowie auf weiteren Ebenen alle Intensivstationen, flexibel und für Immunanfällige nutzbare Zimmer sowie 240 normale Betten aufnehmen. Für die aus allen Nähten platzende, später in Haus M integrierte  Notaufnahme werden zudem bis Ende des Jahres ein provisorisches Gebäude sowie eine solche Anfahrt eingerichtet. -cal-

 
 

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