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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Oktober 2014

Kraftwerk: Strom und Fernwärme aus Steinkohle

UND NOCH EIN SELFIE: OB Dr. Mentrup (l.), Günther Oettinger (M.) und EnBW-Vorstand Mastiaux (r.) bei der Inbetriebnahme von RDK8. Foto: Fränkle

UND NOCH EIN SELFIE: OB Dr. Mentrup (l.), Günther Oettinger (M.) und EnBW-Vorstand Mastiaux (r.) bei der Inbetriebnahme von RDK8. Foto: Fränkle

 

RDK8 der EnBW jetzt offiziell in Betrieb / Mastiaux begrüßte Oettinger und Mentrup

Für die einen ist es das effizienteste Kohlekraftwerk der Welt, für die anderen eine Energieverschwendungsmaschine, die jährlich bis zu 6 Millionen Tonnen Kohlendioxid und 2.000 Tonnen Stickoxide ausstößt.

Vergangenen Samstag, 11. Oktober, hat die Energie Baden-Württemberg (EnBW) ihr neues Steinkohle-Kraftwerk RDK8 am Rheinhafen offiziell in Betrieb genommen - mit einem Eröffnungsfest und einem Tag der offenen Tür, bei dem rund 7.000 Menschen Kesselhaus, Leitstand und Maschinenhaus in Augenschein nahmen. Am Netz ist die Anlage mit einer Bruttoleistung von 913 Megawatt Strom und bis zu 200 Megawatt Fernwärme für die Stadtwerke Karlsruhe schon seit Mai.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup erinnerte am Samstag in seinem Grußwort daran, dass es sich bei dem neuen Block 8 des Rheinhafendampfkraftwerks (RDK) um ein „außerordentlich umstrittenes Projekt" handele. Er dankte dem BUND und allen anderen, die sich für saubere Luft und die Energiewende eingesetzt hätten. Durchgesetzt habe sich jedoch die Position der Befürworter und damit habe die Diskussion zur „richtigen Entscheidung" geführt, so das Stadtoberhaupt. Das Kraftwerk werde durch die Fernwärmeauskopplung dazu beitragen, dass Karlsruhe seinem Ziel näher komme, bis 2020 jährlich zwei Prozent Energie und CO2-Emissionen einzusparen. Außerdem sei der Neubau ein Bekenntnis der EnBW zu ihrem Hauptsitz Karlsruhe.

„Ich muss nicht mehr von der Energiewende überzeugt werden", informierte EnBW-Vorstands­vorsit­zen­­der Dr. Frank Mastiaux, dass die EnBW bis 2020 rund 3,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren will. RDK8 sei mit einem Nettowirkungsgrad von 46 Prozent „das effizienteste Kohlekraftwerk der Welt". Und bis genügend Speichertechnologie zur Verfügung stehe, würden mehrere Energiearten als Partner nebeneinander zum Zuge kommen. „Mit RDK8 schließen wir genau die Lücken, die heute noch durch die Schwankungen von Wind und Sonne entstehen", so Mastiaux.

Für mehr Speicherkapazität sorgen und die Stromnetze ausbauen, dazu rät EU-Ener­gie­kommissar Günther Oettinger, der 2008 bei der Grundsteinlegung für RDK8 noch baden-württem­bergi­scher Ministerpräsident war. Am Samstag bezeichnete er Karlsruhe als „Ort der Energiekompetenz" und prophezeite, dass der Strombedarf der Welt sich in den nächsten 25 Jahren versechsfachen wird. -res-

 
 

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